Lochhausener Flüchtlingsunterkunft steht im Wasser

„Sind der Stadt die Menschen egal?“

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Ein Teich hat sich zwischen den Eingängen der Flüchtlingsunterkunft in Lochhausen gebildet.

Land unter in Lochhausen: Ein kleiner Teich hat sich zwischen den Wohnhäusern der neuen Flüchtlingsunterkunft in Lochhausen gebildet. Pumpen laufen seit Wochen, doch der Wasserspiegel sinkt nicht. Der Einzug wurde dreimal verschoben.

„Hier hat die Stadt Mist gebaut“, sagt Gregor Huber. Konkret geht es um die neue Flüchtlingsunterkunft für 300 Menschen an der Langwieder Hauptstraße in Lochhausen. Seit ihrer Errichtung hat die Stadt mit dem hohen Grundwasserspiegel zu kämpfen (Foto). Schon dreimal sei laut Bezirksausschussvorsitzendem Sebastian Kriesel (CSU) der Einzug verschoben worden. „Es ist untragbar!“

Gregor Huber (v.li.), Brigitte und Stefan Hellinger sind verärgert über die Stadt.

Vor allem Lochhausener und Langwieder ärgern sich über den „Schildbürgerstreich“. Bei jeder der vielen Info-Veranstaltungen habe man die Stadt gewarnt. „Bei starkem Regen ist das immer die erste Wiese im Ort, die unter Wasser steht. Wir nannten sie unseren Ententeich“, erklärt die Gesundheitsförderin Brigitte Hellinger. Doch die Stadt habe nicht auf die Bürger gehört und gebaut. „Jetzt versuchen sie das Wasser abzupumpen“, sagt Stefan Hellinger. „Doch es wird feucht bleiben. Keine gute Atmosphäre, um Flüchtlinge willkommen zu heißen.“ Man frage sich, ob der Stadt die Menschen egal seien.

So hoch ist der Grundwasserspiegel in Lochhausen.

Den Ärger über das Bauprojekt bekommen auch die Viertelpolitiker zu spüren. „Einige Lochhausener beschweren sich auch darüber, dass die Stadt das abgepumpte Wasser über den Fischweiher in den Bach und dann in den Langwieder See ableitet. Ihnen sei das aber verboten“, erklärt Kiesel. „Da wird mit zweierlei Maß gemessen.“

Auch glaube Kriesel nicht an eine schnelle Verbesserung der Situation. Lochhausen sei auf lehmhaltigem Boden gebaut worden. Das wisse man noch aus der Zeit, als im Ort Ziegeleien angesiedelt waren, die dort ihren Torf fanden. „Wenn es regnet, sickert das Wasser nicht durch den lehmhaltigen Boden durch. Es bleibt eine Zeit an der Oberfläche“, erläutert Kriesel. Eine Lösung seien Rigolen, die als unter- oder auch oberirdischer Pufferspeicher Regenwasser aufnehmen und versickern lassen. „Das ist aber eine sehr aufwändige Methode“, sagt Kriesel.

Das Baureferat zeigt sich hingegen zuversichtlich und erklärte gegenüber Hallo, dass das Gebäude voraussichtlich Ende September bezugsfertig sei. „Die Planungen für das Bauwerk waren aufgrund der ungünstigen Grundwasserverhältnisse erschwert“, räumt Referatssprecherin Dagmar Rümenapf ein. „Resultierend aus dem Ergebnis eines Bodengutachtens wurde das Gebäude 70 Zentimeter über dem Gelände errichtet. Das Regenwasser wird über Mulden versickert.“ Durch die längere Ausführungszeit würden keine nennenswerten Mehrkosten anfallen.

„Es ist dennoch ein Ausfall für die Stadt, in dessen Zeitraum man hätte Flüchtlinge unterbringen können“, sagt Kriesel. „Wir warten jetzt ab, ob der nächste Einzugstermin eingehalten wird.“

Marie-Anne Hollenz

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