DB schließt Videoüberwachung am Lochhausener Bahnhof aus

Pendler beklagen Gestank am S-Bahnhof Lochhausen

Immerhin für die Eröffnung des Kiosks laufen die Vorbereitungen.
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Immerhin für die Eröffnung des Kiosks laufen die Vorbereitungen.

Lochhausen: Den Lochhausern stinkt's: Sie beklagen Gestank und Urin am Bahnhof. Doch wer ist dafür verantwortlich?

Viele Reisende schleppen am Bahnhof in Lochhausen ihre Koffer lieber die Treppen hinauf anstatt den Aufzug zu nehmen. Der Grund: Wenn man den Lift auf Ebene des Bahnsteigs verlässt, schlägt einem sofort ein beißender Gestank entgegen. Offensichtlich benutzen manche den Gang, der zum Aufzug führt, als Toilette.

Die Lochhauserin Christine Kell sagt: „Wer den Lift benutzt, sollte sich ein Taschentuch vor den Mund halten. Da muss von Seiten der Bahn endlich was geschehen.“ Das Unternehmen sieht allerdings keinen Handlungsbedarf. Bahn-Sprecher Anton Knapp schreibt auf Hallo-Nachfrage: „Der Bahnhof wird dreimal die Woche grob und zweimal im Monat nass gereinigt.“ Grobreinigung bedeute, dass Treppen und Bahnsteig gekehrt, die Abfalleimer geleert und größerer Schmutz entfernt wird. Das sei ausreichend.

Toiletten seit Jahren geschlossen

Joachim Krämer zeigt die Urinpfützen im Durchgang zum Aufzug.

Ein Problem am Lochhauser Bahnhof ist, dass dort seit Jahren die öffentlichen Toiletten geschlossen sind. Der Lochhauser Joachim Krämer forderte schon vor Monaten, dass die Toiletten wieder geöffnet werden (Hallo berichtete). Doch nichts passierte. 

Warum sie nicht in Betrieb sind, darauf weiß die Bahn auf Anfrage von Hallo keine Antwort. Sie verweist in einem Schreiben auf die Stadt München: „Das Vorhalten von Toiletten im öffentlichen Bereich, damit auch am Bahnhof, ist Aufgabe der Kommune.“

Kommunalreferat sieht sich ebenfalls nicht zuständig

Das dort zuständige Kommunalreferat wiederum gibt den schwarzen Peter an die Bahn zurück: „Die Toiletten am S-Bahnhof Lochhausen befinden sich nicht in städtischem sondern in Eigentum der DB“, schreibt Pressesprecher Torsten Haag. Den Pendlern hilft es allerdings wenig, wenn sich Bahn und Stadt gegenseitig die Verantwortung zuschieben.

Einige fordern daher eine Videoüberwachung für den Bahnhof. Auch Kell sagt: „Wäre diese Ecke kameraüberwacht würde es solche Zustände vielleicht nicht geben.“ Aber auch das lehnt die Bahn ab. Kameras will das Unternehmen aus Datenschutzgründen nur dort installieren, wo es nötig sei. Das ist laut Bahn allerdings nur an Orten, an denen es regelmäßig massive Beschädigungen oder Gewaltdelikte gibt. Die Verschmutzung des Bahnsteigs sei nicht ausreichend.

Immerhin eine gute Nachricht gibt es für die Pendler in Lochhausen: Wie bereits berichtet, wird es bald wieder einen Kiosk, an dem auch Backwaren verkauft werden, am Bahnhof geben. Knapp teilt mit: „Die Mietfläche wurde an den Mieter übergeben. Da der Mieter die Fläche noch ausbauen wird, gehen wir von einer Eröffnung im Juli oder August aus.“ 

Andreas Schwarzbauer

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