Stadt München lässt Kinder abblitzen

Kinder- und Jugendforum macht viele Vorschläge – Verwaltung lehnt alle ab

Viel Mühe und Herzblut hat der neunjährige Simon Rieger in seinen Antrag gesteckt. Kein Wunder also, dass er völlig enttäuscht über die Reaktion des Kreisverwaltungsreferats war.
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Viel Mühe und Herzblut hat der neunjährige Simon Rieger in seinen Antrag gesteckt. Kein Wunder also, dass er völlig enttäuscht über die Reaktion des Kreisverwaltungsreferats war.

Lochhausen - Es ist eine große Enttäuschung für den kleinen Simon: Er hat sich für eine Einbahnstraßenregelung eingesetzt, doch die Stadt nahm ihn nicht ernst - Und: Das ist kein Einzelfall

Zunächst war der neunjährige Simon Rieger zutiefst enttäuscht, als er die Antwort der Stadt auf seinen Antrag beim Kinder- und Jugendforum erhielt. Das Kreisverwaltungsreferat hatte seinen Vorschlag, den vorderen Teil der Schussenrieder Straße zu einer Einbahnstraße zu machen, abgelehnt. Doch dann begann er sich zu ärgern: „Sie haben meinen Antrag falsch verstanden“, sagt Simon. Er wollte nur den Abschnitt zwischen Lochhausener Straße und Schubinweg zur Einbahnstraße machen. „Das stand auch so auf dem Zettel drauf, den ich beim Kinder- und Jugendforum abgegeben habe“, sagt Simon. Doch das Kreisverwaltungsreferat schrieb in seiner Antwort, dass es nicht möglich sei, die gesamte Straße für eine Fahrtrichtung zu sperren. 

Einbahnstraße soll Chaos vor Grundschule beseitigen

Simon wollte die Einbahnstraßenregelung, damit Autofahrer aus Gröbenzell, die die Lochhausener Straße umfahren, nicht mehr durchkämen. „In der Früh ist vor der Grundschule immer so ein Chaos“, sagt Simon. Entlang der Schussenrieder Straße parken so viele Autos, dass sie nur einspurig befahrbar ist. Morgens begegnen sich dort Eltern, die ihre Kinder zum Unterricht bringen, und der Schleichverkehr. „Manchmal fahren die Autos auf beiden Seiten auf dem Gehweg, um aneinander vorbeizukommen“, erzählt Simon. Für Kinder, die zu Fuß oder wie Simon mit Radl oder Roller zur Schule kommen, sei das gefährlich. Deshalb müsse dort etwas geschehen, fordert der Neunjährige. 

Keine Gegenvorschläge der Stadt

Er ärgert sich auch, dass die Stadt keinen Gegenvorschlag gemacht hat. Daraufhin schrieb er einen Brief an den Bezirksausschuss: „Wenn die Schussenrieder Straße keine Einbahnstraße sein darf, dann schlagen Sie doch bitte eine Lösung vor, wie das Verkehrschaos sonst aufhört.“ Das Kreisverwaltungsreferat äußerte sich dazu bis Redaktionsschluss nicht. Simon ist nicht der einzige, der wegen der Reaktion der Stadt auf die Vorschläge vom Kinder- und Jugendforum ungehalten ist. Die Verwaltung hat sämtliche Ideen abgelehnt. 

Susanne Ferrari, deren Kinder sich ein Baumhaus und eine Skate­anlage in Lochhausen gewünscht hätten, sagt: „Meine Kinder sind total enttäuscht.“ Auch der Bezirksausschuss zeigte sich unzufrieden. Der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Umseher kritisierte: „Man lässt die Kinder Ideen entwickeln und dann kommt eine Absage in Beamtendeutsch. Aber die Wünsche sind damit nicht erledigt. Die Stadt muss Lösungen vorschlagen.“ 

Andreas Schwarzbauer

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