Das Loch in der Lärmschutzwand

Keine Maßnahmen gegen Verkehrslärm an der Lochhausener Straße

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Nur wenige Meter von den Häusern entfernt brettern auf der Lochhausener Straße die Lastwagen vorbei.

Lochhausen - Es vergeht kein Tag, an dem die Anwohner nicht von den lauten Verkehrsgeräuschen gestört werden: Die Stadt plant jedoch bisher nicht, dagegen vorzugehen

Ständig hört Monika Willand in ihrem Garten am Rohrsängerplatz das Dröhnen des Verkehrs auf der Lochhausener Straße. Besonders laut sind die großen Lastwagen, die teilweise im Minutentakt vorbeibrausen. „Ich kann draußen nur mit Kopfhörern entspannen“, sagt sie. An Unterhaltungen im Freien sei zu bestimmten Zeiten nicht zu denken. „Es geht um 4 Uhr nachts los und endet um Mitternacht“, klagt Willand. „Wenn in der Früh die Containerfahrzeuge an unseren Häusern vorbeifahren, stehen wir im Bett.“ Deshalb fordern Willand und ihre Nachbarn seit Jahren eine Lärmschutzwand – bisher vergeblich. 

An anderen Abschnitten der viel befahrenen Straße wurden bereits Schallschutzwände angebracht.

Doch jetzt reicht es den Anwohnern. Vor kurzem hat die wenige Meter entfernte Grundschule eine Schallschutzwand bekommen. Und auch die Neubaugebiete an der Osterangerstraße und am Spatzenwinkel sollen vor dem Straßenlärm geschützt werden. „Da steigt uns die Galle hoch. Wir, die Alteingesessenen, bekommen nichts. Bei uns bleibt eine Lücke“, ärgert sich Willand. Ihr Nachbar Helmut Lauer hat Unterschriften von Anwohnern des Rohrsängerplatzes und der Vestastraße für eine Lärmschutzwand auf beiden Seiten der Hochbrücke gesammelt. Die Chancen dafür stehen jedoch schlecht: Einen Anspruch auf Lärmschutz gebe es nur beim „Neubau oder einer wesentlichen baulichen Änderung einer Straße“, teilte das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) mit.

Da dies bei der Lochhausener Straße nicht der Fall sei, hätten die Anlieger keinen Rechtsanspruch auf eine Schallschutzwand. Allerdings könnte die Stadt auf freiwilliger Basis handeln, wenn bestimmte Lärmgrenz­werte überschritten werden. An Rohrsängerplatz und Vestastraße lägen sie jedoch nur in einigen Gebäuden geringfügig darüber, so das RGU. An anderen Straßen in München, wie dem Mittleren Ring, sieht die Stadt wesentlich größeren Handlungsbedarf. Willand und Lauer wollen dennoch weiterkämpfen: „Mir ist egal, wie weit ich dafür gehen muss“, so Willand. Unterstützung erhalten sie vom Bezirks­ausschuss. Der stellvertretende Vorsitzende und Lochhauser Jürgen Umseher sagt: „Wir können gut verstehen, dass sich die Anwohner an dieser Ecke nach Lärmschutz sehnen.“ Deshalb fordert der BA von der Pirol- bis zur Schussenrieder Straße eine durchgehende Lärmschutzwand. 

Andreas Schwarzbauer

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