Lochhauserin klagt über Smog und Lärm in der Betreuungseinrichtung

Dicke Luft: Smog in der Kindertagesstätte

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Ines Allinger macht sich Sorgen um ihre Kinder, denn nur wenige Meter neben dem Kindergarten (rechts) donnern die Lastwagen vorbei.

Lochhausen – Nur wenige Meter neben der städtischen Kindertagesstätte führt die Lochhausener Straße vorbei, auf der täglich tausende von Fahrzeugen unterwegs sind. Ines Allinger sorgt sich um die Gesundheit der rund 100 Kinder, die die Einrichtung besuchen

Große Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder macht sich die Lochhauserin Ines Allinger. Ihre beiden Töchter besuchen den Kindergarten und den Hort an der Schussenrieder Straße. Das Gelände grenzt direkt an die Lochhausener Straße. „Unsere Kinder und ihre Betreuer sind täglich einer großen Belastung durch Lärm und Abgase ausgesetzt“, kritisiert Allinger. Denn die Straße ist stark befahren. „Der halbe Landkreis Fürstenfeldbruck fährt dort zur Autobahn, darunter auch viele Lastwagen. Und die Abgase atmen unsere Kinder ein“, sagt Allinger.

Angst vor hohen Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerten

Sie fürchtet, dass die Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte auf dem Gelände der Kindertagesstätte zu hoch sind. Tatsächlich weist eine Modellrechnung des Landesamts für Umwelt 50 bis 60 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter auf der Lochhausener Straße aus. Der Grenz­wert liegt bei 40 Mikrogramm. „Luftverschmutzung ist laut Europäischer Umweltagentur die größte Gesundheitsgefahr in Europa“, sagt Allinger. Sie verursache insbesondere Atemwegserkrankungen. Ihre Töchter seien dafür besonders anfällig. Deshalb habe die junge Mutter bereits überlegt, sie in andere Betreuungseinrichtungen zu schicken. „Aber das löst das Problem nicht. Mehr als 100 Kinder besuchen die Kita. Wir müssen das grundsätzlich angehen“, sagt Allinger.

Deshalb hat sie Oberbürgermeister Dieter Reiter in der Bürgersprechstunde eine Petition mit Unterschriften zahlreicher Eltern überreicht: Sie fordert darin, dass die Stadt die Fahrzeuge auf der Lochhausener Straße zählt und die Feinstaubbelastung misst. Außerdem soll eine bestehende Lärmschutzwand bis vor den Kindergarten verlängert werden.

Tempo 30 auf der Lochhausener Straße?

Reiter sieht den Handlungsspielraum der Stadt bei diesem Thema allerdings begrenzt. „Das einzige, was wir tun können, ist messen“, meinte er. Außerdem könnte man überlegen, in der Lochhausener Straße Tempo 30 anzuordnen. „Dadurch hätten wir deutlich weniger Schadstoffbelastung“, so Reiter. Allerdings müsse die Stadt zuerst mit dem Bezirks­ausschuss diskutieren, ob das sinnvoll sei. „Da gibt es deutlich widerstreitende Interessen.“

Immerhin bezüglich der Lärmschutzwand gibt es gute Nachrichten: Sie wird verlängert. Wegen der Abgasbelastung fordert Allinger eine Untersuchung, ob Tempo 30 einen positiven Effekt hätte. Eine Studie der Landesanstalt für Umwelt zeige nämlich: Nicht immer sei das sinnvoll, so Allinger. Nur wenn es häufig Stopp-and-Go gebe, viele Lastwagen unterwegs seien und die Straße ansteige, würden die Abgase mit Tempo 30 weniger. Das zuständige Referat für Gesundheit und Umwelt gab trotz mehrmaliger Anfrage keine Auskunft, ob Werte über die Schadstoffbelastung auf der Lochhausener Straße vorliegen und ob es Tempo 30 für sinnvoll hält.

Andreas Schwarzbauer

Lärmschutz für alle

Die Anwohner an Rohrsängerplatz und Vestastraße fordern eine Lärmschutzwand an der Lochhausener Straße (Hallo berichtete). Allerdings haben sie darauf keinen Rechtsanspruch und freiwillig will die Stadt nicht unternehmen. Deshalb forderten sie in der Bürgermeister-Sprechstunde ebenfalls eine Verkehrszählung von neutraler Stelle.

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