Kirschblüten versus Dachgärten

Zwei Entwürfe, aber nur ein Quartier: Letzte Runde des Wettbewerbs um neue Häuser in Laim

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Beide Wettbewerbssieger kamen den Anforderungen gleichermaßen gut nach.

Es war ein Kopf-an-Kopf- -Rennen im Ideenwettbewerb für das neue Stadtquartier an der Kreuzung Westend-/Zschokkestraße. Die einen, Laux Architekten GmbH München und Studio Vulkan Landschaftsarchitektur Zürich, wollen einen Z-förmigen „Zschokke-Park“ in der Mitte des Quartiers und Wohnblöcke, die um drei grüne Innenhöfe angeordnet sind. Bei den anderen, Teleinternetcafe GbR Berlin und Treibhaus Landschaftsarchitektur Hamburg, sind Häuserblocks und Park stärker getrennt. Ausgeschrieben wurde der Wettbewerb von den Stadtwerken München, der Landeshauptstadt und der Eisenbahner-Baugenossenschaft München – Hauptbahnhof eG. Einen Sieger gab es allerdings nicht – sondern zwei.

Alle Teilnehmer des Wettbewerbs hatten die gleiche Aufgabe: Einen neuen Stadtteil mit bis zu 1100 Wohneinheiten für circa 2300 Einwohner auf dem 8,7 Hektar großen Gelände des Bus- und des ehemaligen Straßenbahnbetriebshof entstehen zu lassen. Bei den Wohnungen soll es sich ausschließlich um Mietwohnungen handeln mit einem großen genossenschaftlichen Anteil, frei finanzierten und geförderten Wohnungen. Dabei soll es einen zwei Hektar großen Park geben, eine Grundschule mit Dreifachturnhalle, Kindertagesstätten, ein Jugend- sowie ein Alten-Service-Zentrum und ein Hotel. Außerdem braucht der neue Stadtteil einen Supermarkt und weitere Geschäfte sowie Büros und ausreichend Stellplätze für Fahrräder und Pkws.

Die Jury beschloss: Beide Wettbewerbssieger kamen den Anforderungen gleichermaßen gut nach. Teleinternetcafe und Treibhaus situieren die Schule am südöstlichen Ende des Areals neben der Westendstraße. Laux und Studio Vulkan wollen, dass die Schule im Norden an der Zschokkestraße gebaut wird. Die Münchner und Züricher Architekten planen eine geschlossene Bebauung zur Westendstraße. Die Berliner und Hamburger Architekten setzen auf Dachgärten. Beide Teilnehmer stellen sich die höchsten Gebäude im Nordosten neben U-Bahn- und Tramstation vor. Beide bleiben autofrei. In beiden Entwürfen soll es Tiefgaragen unter den Neubauten geben, die von den Straßen, die um das Gebiet herum gehen, aus zu erreichen sind. Auffälligster Unterschied ist der jeweilige Park. „Wir hatten uns vorgestellt, dass der Z-förmige neue Zschokke-Park von rosa Zierkirschbäumen umrahmt wird. Statt entlang der Westendstraße zu gehen, kann man in Zukunft auch von der U-Bahnstation aus durch den blühenden Park schlendern“, sagt Ina Laux von der Laux Architekten GmbH. „Durch die Verortung im Westen des Areals wächst die bereits bestehende grüne Freifläche südlich der Siedlung ,Alte Heimat‘ ins neue Quartier. Die bestehende Barmer Straße sowie ein Teilstück der Hans-Thonauer-Straße werden für den motorisierten Verkehr stillgelegt und dem Park zugeschlagen“, kommentiert Andreas Krauth von der Teleinternetcafe GbR den Entwurf der Berliner und Hamburger.

Eine Entscheidung, welche der beiden Entwürfe in die Realität umgesetzt wird, wollen die Auslober nach etwa drei Monaten fällen. Innerhalb dieser Zeit sollen beide Kandidaten ihre Konzepte noch vertiefen. „Bis dann die Bagger anrollen wird es nach meiner Einschätzung noch zwei bis drei Jahre dauern“, sagt Ina Laux. Der Busbetriebshof wird voraussichtlich 2020 nach Moosach umziehen.

Laura Felbinger

Die Wettbewerbsbeiträge kann man noch bis zum Freitag, 31. März, in der Zentrale der Stadtwerke München, Emmy-Noether-Straße 2, begutachten. Ab Montag, 3. April, können Interessierte die besten fünf Stücke im Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Blumenstraße 28b, betrachten.

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