Sicherer Schulweg für alle

Verkehrschaos vor der Camerloher Grundschule in Laim

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Monika Zehetmair, Mark Thunder und Jochen Karlstetter vom Elternbeirat der Camerloher Grundschule erwarten von den Eltern Rücksicht auf andere, wenn sie ihre Kinder zu Schule bringen.

Laim: Der Elternbeirat appelliert an die Vernunft der Eltern.

Die Gehwege vor der Camerloher Grundschule sind zu schmal, außerdem halten sich viele Autofahrer nicht an die Verkehrsregeln. Dies bemängeln Eltern, die sich jetzt mit einem Schreiben an den Bezirksauschuss (BA) Laim gewandt haben. Darin werden vier Forderungen gestellt: ein Geländer am Gehweg, eine Einbahnstraße, mehr Kontrollen von Seiten der Polizei und Kurzparkzonen, damit die Eltern eine Chance haben, legal anzuhalten um ihre Kinder aussteigen zu lassen.

Denn die Camerloherstraße befindet sich in einem Wohngebiet in einer Tempo-30-Zone. Auf Grund der geringen Fahrbahnbreite ist ein beidseitiges Beparken nicht möglich. Vor dem Zugang zur Schule befindet sich ein Verkehrshelferübergang und im Anschluss eine Schulbushaltestelle, dieser Bereich ist mit einem absoluten Haltverbot von Montag bis Freitag in der Zeit von 7 bis 18 Uhr beschildert.

Das Schreiben wurde ohne Absprache mit der Elternvertretung initiiert, beim Ortstermin mit Hallo München sind die Forderungen heiß diskutiert und umstritten. Mark Thunder, der Vorsitzende des Elternbeirats und seine Kollegen wollen lieber erneut an die Vernunft der Eltern appellieren: „Es soll doch nicht nur ein Kind, sondern es sollen alle Kinder sicher in die Schule kommen“, bittet Thunder. Dies sei schon mehrfach kommuniziert worden, auch wird am Anfang jeden Schuljahres vom Elternbeirat schriftlich und auch mündlich auf die Gefahrensituation hingewiesen.

„Das Hauptproblem ist eine weitere Beengung der Gehwege, durch den kurzzeitigen Ausstieg einzelner Kinder aus den Autos“, erklärt Monika Zehetmair, ebenfalls Mitglied im Elternbeirat. Dadurch müssten die Kinder zum Teil auf die Straße ausweichen, was gefährlich sei. „Wir haben die entsprechenden Eltern schon oft auf die Situation angesprochen, aber offenbar hat es nicht viel geholfen“, beklagt sich Elternvertreter Jochen Karlstetter.

Die Stadt hat die Situation bereits geprüft. Vor gut einem Monat gab es einen Ortstermin unter Beteiligung des Kreisverwaltungsreferates (KVR), der Schulwegsicherheit, der zuständigen Polizeiinspektion, der Kommunalen Verkehrsüberwachung sowie des Baureferats zur „schulrelevanten Zeit“. Zu den Forderungen erklärt Johannes Mayer vom KVR Folgendes: die Errichtung eines Geländers sei aufgrund der geringen Gehwegbreite nicht möglich, die Errichtung einer Kurzparkzone nicht zielführend und auch nicht notwendig. Eine Einbahnstraße könne ebenfalls nicht eingerichtet werden: „Nach unseren Erfahrungen führt die Umwandlung in eine Einbahnstraße dazu, dass mit erhöhter Geschwindigkeit gefahren wird, da nicht mehr mit Gegenverkehr gerechnet werden muss. Diese Wirkung ist vor einer Grundschule sicher nicht wünschenswert“, erklärt Mayer.

Marina Mozny, Sprecherin der Polizei, erklärt: „Von Seiten der Polizei werden zu den relevanten Zeiten, im Rahmen der personellen Möglichkeiten, und unter Berücksichtigung der Einsatzlage Kontrollen durchgeführt und verstärkte Präsenz gezeigt.“
dbo

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