Laimer Box-Champion: Sein letzter Kampf

Abschied als fünffacher Weltmeister? Thai-Boxer steigt ein letztes Mal in den Ring

Gut vorbereitet für den Kampf in Thailand: Muay Thai-Boxer Mark Wieser boxt um drei Weltmeistertitel.
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Gut vorbereitet für den Kampf in Thailand: Muay Thai-Boxer Mark Wieser boxt um drei Weltmeistertitel.
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Laim: Es ist sein letzter und auch sein wichtigster Kampf: Mark Wieser, Thai-Boxer aus Laim, tritt im August in den Ring: Sein Ziel: der höchste Gürtel, den es in seiner Disziplin gibt.

Thailand, vor 28 Jahren: Mark Wieser ist gerade 16, er spricht kein Thai, das Land kannte er vorher nur aus Erzählungen. Doch er hat einen großen Traum: Er möchte Thai-Boxer werden, unbedingt. Also setzt er sich alleine ins Flugzeug, sucht sich eine Unterkunft in der Nähe eines Trainingscamps, geht immer wieder dort hin, bittet darum, mittrainieren zu dürfen. Die Trainer sind skeptisch, was denn der weiße Junge bei ihnen will. Doch Mark Wieser gibt nicht auf – bis er tatsächlich mittrainieren darf. Es hat sich gelohnt: Heute ist Mark Wieser Weltmeister in zwei Muay Thai-Profiverbänden.

Am 21. August tritt er in Thailand zu seinem letzten Kampf an. Es geht um drei Weltmeistertitel, unter anderem um den höchsten Gürtel, den es im Thai-Boxen gibt. „Den hat noch nie ein Europäer getragen“, sagt er. Wieser ist 43, beim Kampf wird er 44 sein. Sein Gegner ist 26, als Einheimischer an das schwüle Klima besser gewöhnt, der Wettkampf im Chokchai Muay Thai-Stadion in Phuket ist für ihn ein Heimspiel.

Mark Wieser sagt trotzdem: „Für mich gibt’s nur eines: In den Ring zu gehen und zu siegen.“ Bevor er in den Ring steigt, wird sein 13-jähriger Sohn Marino kämpfen. Der ist ebenfalls schon dreifacher Amateurweltmeister. „Das macht die Sache natürlich für mich nicht leichter. Aber mein Sohn ist für sein Alter schon so erfahren und professionell, dass er das meistert“, sagt Mark Wieser. Er selbst wird wohl nicht zuschauen, „sonst würde mein Adrenalin schon da in die Höhe schießen.“

Doch das Adrenalin braucht er noch für seinen eigenen Kampf. „Muay Thai ist ein Vollkontaktsport“, erklärt er. „Jeder Fehler kann entscheidend sein.“ Wie ein Schachspieler muss Mark Wieser seine Züge planen und versuchen, die Aktionen des Gegners vorauszusehen. Thai-Boxen gehört zu den härtesten Kampfsportarten überhaupt. Genau das fasziniert den Laimer daran. „Wir schauen uns bei dem Kampf mit Sicherheit einige Runden in unsere Seelen“, sagt er. „Teil der Aufgabe ist aber auch, respektvoll mit dem Gegner umzugehen.“

Bevor der Kampf beginnt gibt es traditionell einen Showkampf zu Ehren des Trainers und der Familie. „Ein Muss für jeden Thai-Boxer“, erzählt Mark Wiese. Dann geht es los: Fünf mal drei Minuten entscheiden über Sieg oder Niederlage. „Wichtig ist absolute Willensstärke und Zielstrebigkeit“, sagt Mark Wieser. „Man braucht das Herz zum Thai Boxer.“ Dass er es hat, hat er oft bewiesen. Bei seinem 150 und letzten Kampf möchte er es noch einmal allen zeigen. „Danach ist definitiv Schluss“, sagt er. Dem Sport möchte er aber treu bleiben: Als Trainer, als größter Fan seiner Söhne Mika (5) und Marino (13), die seine Leidenschaft geerbt haben, und als aktiver Sportler. „Ich habe eine Einladung, von der thailändischen Uni, bei einem Großmeister weitere Prüfungen abzulegen.“
C. Schuri

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