Tunnel wird zur Viertelchronik

Künstler Martin Blumöhr gestaltet mit Jugendlichen aus dem Viertel die Karl-Gayer-Unterführung

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Hereinspaziert: Wenn Martin Blumöhr im April mit der Gestaltung von 220 Quadratmetern Fläche in der Karl-Gayer-Unterführung beginnt, freut er sich über Gespräche mit Passanten. Schon jetzt sammelt der Künstler auf der Internetseite www.stadtlichtung.de Geschichten aus dem Viertel.

Es wird bunt im Untergrund: Der Pasinger Künstler Martin Blumöhr will im Tunnel an der Karl-Gayer-Straße mit Bildern Geschichten aus dem Stadtteil erzählen. Und dafür braucht er die Bürger. Wie er die Generationen zusammenbringen will, erfahren Sie hier.

Jetzt bekommt auch Untermenzing einen Kunsttunnel: Der Künstler Martin Blumöhr (36) gestaltet heuer die Rad- und Fußweg-Unterführung zwischen der Karl-Gayer- und der Hintermeierstraße mit Bildern, die Geschichten aus dem Stadtteil erzählen. Ideen für die „Stadtlichtung“, so der Titel, sollen Jung und Alt aus dem Stadtteil liefern. Der Bezirks­ausschuss (BA) Allach-Untermenzing unterstützt das Projekt mit knapp 9000 Euro. „Das ist ein kreatives Gemeinschaftsprojekt, bei dem eine unansehnliche Unterführung ein schönes Gesicht bekommt – und dauerhaft ist die Investition auch“, erklärt Viertel-Chefin Heike Kainz (CSU).

Angeregt wurde das Ganze von Walter Demmel. „Mir hat’s gestunken, wie greislich unsere Unterführung ausschaut. Dann hab’ ich den Tunnel in Pasing gesehen, den Martin Blumöhr gestaltet hat“, sagt der Stadtteilhistoriker. Da sei er „a bisserl egoistisch“ gewesen und habe die Sache vor etwa eineinhalb Jahren beim BA ins Rollen gebracht.

Demmels Teil ist damit aber noch nicht getan. Blumöhr will ihn und Ernst Rudolph, der ein Buch über Allach-Untermenzing geschrieben hat, nach Spannendem von einst fragen und diese Geschichten in Bilder umsetzen. Für Motive mit aktuellem Hintergrund holt sich der Künstler die Hilfe von Jugendlichen aus drei Schulen (Mittelschule Franz-Nißl-Straße, Carl-Spitzweg-Realschule, Louise-Schroeder-Gymnasium) und den beiden Jugend­treffs im Stadtbezirk. Im März sollen Gespräche und Workshops starten. Ab 25. April will Blum­öhr vor Ort mit dem Malen beginnen. Bis Ende Juli soll die „Stadtlichtung“ fertig sein.

„Dort soll ein Dialogfenster zwischen allen Generationen und Gruppierungen aufgehen“, wünscht sich der 36-Jährige. Dass das Konzept funktioniert, hat er unter anderem 2016 bei einem ähnlichen Projekt namens „Unter Menzingern“ in Obermenzing gezeigt.
ul

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