Ehepaar Siegert sucht Nachfolger für kleines Privattheater

Aus für die Maus?

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Sigi und Claus Siegert wollen das kleine private Theater Blaue Maus nach 23 Jahren abgeben

Es ist das kleinste Kellertheater Münchens: die „Blaue Maus“ an der Elvirastraße. Doch ihre Tage sind gezählt: Die Betreiber Sigi und Claus Siegert (Foto) möchten nach 23 Jahren aufhören. Einer der Gründe: Die Stadt hat ihren Zuschuss drastisch gekürzt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Das Aus für die Maus?

Wie lange es das Theater „Blaue Maus“ an der Elvirastraße 17 a noch geben wird, ist ungewiss. Bis 8. Oktober sind dort Gastspiele von „Helges Leben“ und „Improtheater“ zu sehen. Danach beginnen die Betreiber Sigi und Claus Siegert mit den Proben für die Eigenproduktion „Dada is muss“. Es könnte die letzte Inszenierung der Theatergründer sein. Nach 23 Jahren will das Ehepaar Münchens kleinstes Kellertheater mit 44 Plätzen abgeben und sucht nach einem Nachfolger. Schnell. Denn bald müssen sich die Siegerts entscheiden, ob sie den Mietvertrag doch noch um ein Jahr verlängern. 

Das Kellertheater "Blaue Maus"

Dabei war ihr Abschied ganz anders geplant. Bis 2018 wollten der 64-jährige Architekt und Regisseur und die 63-jährige Uni-Angestellte und Schauspielerin ihr Kleinod noch weiterführen und dann „aus Altersgründen aufhören“, wie Sigi Siegert sagt. So lange war auch eine Theaterförderung durch die Stadt avisiert. Siegerts gingen dabei vom selben Betrag aus, den sie in den Vorjahren bekommen hatten, nämlich 80 000 Euro im Jahr. „Damit war es möglich, in unserem Sinn Theater zu machen“, erklärt Claus Siegert. Der Stadtrat bewilligte ab 2016 aber nur noch 55 000 Euro. „Das war für uns ein Schlag ins Gesicht“, sagt seine Frau. Und nicht zuletzt der Grund für den Entschluss, sich schon Ende dieses Jahres aus dem Theaterbetrieb zurückzuziehen.

„Mit 25 000 Euro weniger konnten wir schon dieses Jahr einiges nicht mehr so machen, wie’s geplant war“, sagt die 63-Jährige. Ihr Mann ergänzt: „Das wirft uns finanziell zehn Jahre zurück, während von der Miete bis zu den Produktionskosten alles teurer geworden ist.“ Was ihn besonders ärgert: Nur bei zwei von sieben Theatern, darunter die „Blaue Maus“, wurde der Zuschuss deutlich gekürzt, um das Rationaltheater in die Förderung aufnehmen zu können. „Warum haben sie die Kürzungen nicht auf alle Theater gerecht verteilt, um einem neuen Starthilfe geben zu können? Das wäre für uns völlig in Ordnung gewesen“, betont der 64-Jährige.

Jetzt also geht es um den Verkauf an einen geeigneten Nachfolger. Doch das ist gar nicht so einfach. „Wir sind mit mehreren Interessenten im Gespräch. Aber es ist noch nichts entschieden“, sagt die Theaterchefin. Sie betont: „Es hängt doch ein Stück Herzblut dran, und wir möchten jemanden, bei dem wir das Gefühl haben, der macht das jetzt toll weiter.“

Ein Interessent, mit dem schon mehrere Gespräche stattgefunden haben, ist das Theater Werkmünchen. Die Einrichtung mit Sitz im Kreativquartier am Leonrodplatz bietet Weiterbildungen für arbeitslose Schauspieler, Tänzer und Autoren an und sucht für ihre Kurse und kleine Produktionen eine eigene Spielstätte. „Der Wille zur Übernahme ist da. Allerdings steht noch nicht fest, ob es machbar ist“, sagt Dr. Daniel Roth, einer von vier Leitern des Theaters. Sein Hauptproblem bei einem Besitzerwechsel ist der Erhalt der laufenden Förderung. „Die ist personenbezogen“, erklärt Roth, der sich bereits hilfesuchend ans Kulturreferat und den Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg gewandt hat.

Sigi und Claus Siegert setzen weiter auf eine baldige Lösung. „Wir wollen zum Jahresende raus“, sagt sie. Wenn nicht bald ein Nachfolger gefunden ist, hängt das Paar aber lieber noch ein Jahr dran. „Wenn das Theater erstmal zu ist, wird es sonst nie wieder geöffnet.“ ul

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