Nach hartem Preiskampf

Pasing bekommt doch kein Multiplex

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Ausgeträumt: Dort hätte Pasings Multiplexkino entstehen sollen.

Der Hauch von Hollywood – verweht... Zwölf Säle mit fast 1800 Sitzen hatte Jakob Willibald für ein Multiplexkino geplant. Jetzt ist der Traum geplatzt.

Es hätte so schön sein können: Zwölf Säle mit fast 1800 Sitzen hatte Jakob Willibald für sein Multiplexkino geplant. Es sollten Blockbuster, aber auch Opern gezeigt werden. Nun steht das Projekt vor dem Aus. „Die Stadt hatte das Grundstück an der Offenbach-/ Ecke Landsberger Straße ausgeschrieben. Es war ein harter Preiskampf, bei dem wir leer ausgegangen sind“, sagt der Geschäftsführer der Real Asset Immobiliengesellschaft. „Wir sind enttäuscht, auch weil wir vier Jahre Arbeit reingesteckt haben.“

Willibald, der in Pasing wohnt, ist nicht der einzige, der über den Ausgang unzufrieden ist. Filmemacher Josef Veith macht auf Facebook seinem Ärger Luft: „Ich bin schockiert über die Nachricht, dass Pasing kein Kino am Areal Landsberger-/Offenbachstraße bekommt, weil die Landeshauptstadt das Grundstück zu einem völlig überhöhten Preis an einen Investor verkauft hat, von dem nicht einmal ein Nutzungsplan vorliegt. Was ist denn los mit unseren Stadtteilvertretern?“

Das Kommunalreferat hält sich auf Nachfrage unserer Zeitung zum Namen des Investors und zum Kaufpreis bedeckt. „Die Vertragsverhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, deshalb können wir aktuell noch keine Details nennen“, sagt Referatssprecher Bernd Plank. „Wir gehen jedoch davon aus, dass der Kaufvertrag noch dieses Jahr unterschrieben wird.“

Hallo München liegen allerdings Unterlagen vor, wonach laut Stadtratsbeschluss die 8543 Quadratmeter Grund an eine Projektgesellschaft gehen sollen, die dafür über 50 Millionen Euro geboten hat. Sollte der Verkauf nicht zustande kommen, verkauft die Landeshauptstadt das Areal an eine andere Immobiliengesellschaft, die 42 Millionen Euro dafür zahlen würde.

„Es ist ein irrsinnig hoher Preis“, betont Romanus Scholz (Grüne), Vorsitzender des Pasinger Bezirksausschusses. „Die meistbietende Projektgesellschaft möchte dort Hotel-Appartements, Wohnungen und Einzelhandel entstehen lassen.“ Dass dort wahrscheinlich kein bezahlbarer Wohnraum entstehe, sei Scholz klar. „Nebenan entstehen ja schon GWG-Wohnungen. Und vielleicht kommt ja eine Kino-Variante im ,neuen Kopfbau unter.“

Die Stadtrats-Grünen sehen die Sachlage etwas anders. „Uns ging es schon darum, dass das Areal in städtischer Hand bleibt und günstiger Wohnraum entsteht. Die stadteigenen Grundstücke werden dafür immer geringer“, sagt Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher, der auch Stadt- und Verkehrsplaner ist. „Wir sind enttäuscht, dass es doch verkauft wurde – wo doch auch ein Kino in Pasing fehlt!“

Marie-Anne Hollenz

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