Rückkehr ins alte Stammlokal: Neuhausen ist wieder Treffpunkt der Viertelpolitik

BA zurück im „Hirsch“

Ab Dezember wieder BA-Sitzungslokal: das Gasthaus „Goldener Hirsch“ in Neuhausen.

Der BA Neuhausen-Nymphenburg kehrt zurück in den „Goldenen Hirsch“. Weil sich dort rechtsextreme Gruppierungen getroffen hatten, weigerte sich das Gremium um BA-Chefin Anna Hanusch vor eineinhalb Jahren, dort weiter zu tagen – und zog in den Hirschgarten. Warum der Boykott jetzt vorbei ist und wie es weitergeht, lesen Sie hier.

Neue Wirtin, neue Chance: Ab Dezember tagt der Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg alle zwei Monate in seinem früheren Sitzungslokal, dem Gasthaus „Goldener Hirsch“ an der Renatastraße 35. In den ungeraden Monaten finden die Versammlungen des BA weiterhin im Hirschgarten statt (so am Dienstag, 15. November, 19.30 Uhr). „Es ist ein großer Stadtbezirk. Wir verteilen die Sitzungsorte besser und decken auch Neuhausen wieder ab“, sagt Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne, Foto re.). Sie hofft, dass dann auch wieder mehr Neuhauser zu den Sitzungen kommen. „Man merkt es vor allem im Winter, dass weniger Besucher teilnehmen.“ 

Viertel-Chefin Anna Hanusch (Grüne)

Allerdings hatte der BA im Juni vergangenen Jahres auch triftige Gründe dafür, sein langjähriges Stammlokal zu verlassen: Mehrfach hatten sich dort rechtsextreme Gruppen getroffen (Hallo berichtete). Der damaligen Pächterin war es nicht gelungen, dies zu verhindern. „Unser Ziel als BA ist definitiv, nur dort zu tagen, wo sich keine Rechten versammeln“, begründete Hanusch damals den Ortswechsel. Geeignete Alternativen waren in Neuhausen nur kaum zu finden. „Wir haben verschiedene Gaststätten ausprobiert, aber es gibt kaum noch eine mit einem vergleichbaren Nebenraum“, so die BA-Vorsitzende. Deshalb fiel die Wahl auf den Hirschgarten.

Jetzt bietet ein Pächterwechsel im früheren Tagungsort an der Renatastraße die Chance zur Rückkehr. Testweise fanden dort bereits einige Unterausschuss-Sitzungen statt. Vor der BA-Sitzung am Dienstag, 20. Dezember, will Anna Hanusch die neue Wirtin Gordana Ebli noch genauer informieren und sie mit branchenbezogenem Material der städtischen Fachstelle gegen Rechtsextremismus versorgen. Außerdem haben alle BA-Fraktionen Ansprechpartner benannt, an die sich die Wirte im Zweifelsfall wenden können. „Wie gut es funktioniert, die Einmietung bestimmter Gruppen zu verhindern, kann ich noch nicht einschätzen. Aber ich hoffe, es gelingt“, so Hanusch.

Gordana Ebli (56), die seit Jahren eine kleine Gaststätte in Laim betreibt, setzt auf ihre Erfahrung. „Bis jetzt habe ich damit kein Problem gehabt. Wenn jemand reserviert, wird gleich gefragt, ob es eine Partei ist und wenn ja, welche“, sagt die gebürtige Kroatin. ul

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