Kaputter Zaun: Bahngleise in Aubing sind schlecht gesichert

Hinter dieser Lücke lauert die Gefahr

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Leonard Frank zeigt den niedergerissenen Zaun zwischen der Hellensteinstraße und dem Bahngelände in Aubing.

Der Aubinger Leonhard Frank (Foto) fürchtet um das Leben von Kindern und Spaziergängern, die an den Schienen entlang der Hellensteinstraße herumlaufen. Dorthin kommen sie, weil der Zaun zwischen Bürgersteig und Gleisen Lücken hat. Frank findet diese mangelhafte Sicherung „fahrlässig“. Was die Bahn dazu sagt, lesen Sie hier.

Leonhard Frank ist in großer Sorge: „Da einfach herumzulaufen, das ist total gefährlich“, meint der 61-jährige Aubinger. Mit „da“ meint er das Bahngelände des Wagenbereitstellungswerkes München-Pasing-West an der Hellensteinstraße in Aubing. Frank wohnt nur wenige Meter entfernt von dort – und kann deshalb ständig brenzlige Situationen beobachten.

„Zwischen der Straße und dem Bahngelände gibt es ein Loch im Zaun und deswegen gehen immer wieder Menschen an den Gleisen entlang, mal Kinder, mal Spaziergänger mit Hunden“, erklärt Frank. Er ergänzt: „Das ist deshalb so gefährlich, weil erstens Waggons und Loks beim Rangieren heutzutage so leise sind, dass man sie beim Herannahen kaum hören kann. Und zweitens steht die Fahrleitung über den Schienen ständig unter Strom – unter 15 000 Volt! Nicht auszudenken, was passiert, wenn Kinder auf Waggondächer klettern und dann in Berührung mit den Leitungen kommen …“

Leonhard Frank weiß genau, wovon er spricht. Mittlerweile in Rente, hat er sein Arbeitsleben als Elektriker bei der Bahn verbracht. Dabei hat er einst Schlimmes erlebt. Früher, erzählt er, habe er mal jemanden gesehen, der einen Stromschlag an einer Fahrleitung erlitten habe. „Der war nur noch ein Häufchen Kohle.“

Kein Wunder also, dass Leonhard Frank so sehr daran gelegen ist, dass das Bahngelände vernünftig vor unbefugtem Betreten geschützt ist. „Alles andere ist fahrlässig“, findet er. Deshalb hat er sich schon dreimal an die Deutsche Bahn (DB) gewandt – mit unterschiedlichem Ergebnis.

„Das erste Mal habe ich der Bahn vor etwa fünf Jahren geschrieben“, berichtet Frank. „Der Maschendrahtzaun, den es hier damals gab, war total marode. Vier Wochen später kam ein Trupp angerückt, der den Zaun erneuerte.“ So weit, so gut. Doch seit ein paar Monaten ist nun auch der letzte Rest Maschendrahtzaun eingerissen, den es an der Hellensteinstraße noch gibt. „Deswegen habe ich die Bahn im August nochmals zweimal angeschrieben – leider gab es darauf bislang noch keine Reaktion.“

Auf Nachfrage von Hallo reagiert die Deutsche Bahn nun doch – wenn auch verhalten. Sprecher Franz Lindemair sagt Folgendes zu dem Fall: „Wir werden vor Ort nachprüfen lassen, ob es sich um einen Zaun der DB handelt. Es ist bedauerlich, wenn Herr Frank keine Rückmeldung erhalten haben sollte.“ Womöglich habe er seine Schreiben an eine falsche Stelle gewandt, erklärt Lindemair. Er verspricht, sich nun um die Angelegenheit zu kümmern.

„Hoffentlich hat das zur Folge, dass bald keine Kinder mehr an den Gleisen herumlaufen“, sagt Leonhard Frank.

Christopher Beschnitt

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