Grüne sorgen sich um Bäume und Kleingärten

Kampf um die Natur auf Gut Freiham

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Dagmar Mosch und Siegfried Liedl von den Aubinger Grünen fordern, dass es solche Hecken auch künftig auf dem Gut Freiham gibt – und nicht nur eine Allee ohne Unterwuchs.

Das Gut Freiham soll durch verschiedene Umbauten zu neuem Leben kommen. Doch das könnte auf Kosten der Natur gehen: Die beiden Grünen-Politiker Dagmar Mosch und Siegfried Liedl (Foto) warnen davor, für die Bauarbeiten Bäume und Sträucher wie das Pfaffenhütchen zu opfern. Was sie sonst noch stört, lesen Sie hier.

Selbst jetzt am Jahresende ist draußen nicht alles grau, zumindest nicht auf dem Gut Freiham: In einer knalligen Mischung aus Pink und Orange strahlen dort die Früchte des Pfaffenhütchen-Strauchs aus einer Hecke heraus, sie stecken zwischen vielen anderen Gewächsen wie Schlehe, Weißdorn und Ahorn. Doch deren Tage sind wohl gezählt.

Denn das Gut soll umfassend saniert werden (Hallo berichtete). „Der Grünbestand im Osten der Anlage soll für den Bau einer Erschließungsstraße abgeholzt werden“, sagt Dagmar Mosch, die Fraktionssprecherin der Grünen im Bezirksausschuss (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied. Ihr Parteifreund Siegfried Liedl, Baumschutzbeauftragter des BA, ergänzt: „Wir fordern, möglichst wenige Bäume zu fällen. Und, dass als Ersatz dafür nicht wie geplant nur eine Allee aus Bäumen, sondern auch ein Unterwuchs aus Büschen angepflanzt wird. Denn darin finden viele Tiere wie Vögel, Insekten und Kleinsäuger Schutz und Nahrung.“

Auch die geplanten neuen Parkplätze im Nordosten des Guts für einen zukünftigen Biergarten sind den Grünen ein Dorn im Auge. „Dafür Bäume zu fällen, lehnen wir ab“, sagt Siegfried Liedl. Statt im Nordosten könnten Stellflächen doch etwa auf dem Wattplatz im Westen des Geländes entstehen, so müssten keine Bäume weichen und auch die Kleingartenanlage im Nordosten könne unangetastet bleiben. Von der soll nämlich der Südteil verschwinden.

„So haben mir die Verantwortlichen das jedenfalls gesagt“, berichtet Rudolf Fabisch. Er bewirtschaftet dort laut eigener Auskunft seit 20 Jahren eine von insgesamt einer Handvoll Parzellen. Eine davon falle wegen der Parkplätze weg. „Aber der, dem sie gehört, wollte eh aufhören“, sagt Fabisch. Er ergänzt: „Dass von der Kleingarten-Anlage etwas wegkommt, ist doch nicht schlimm. Es ist doch schön, dass auf dem Gut was passiert und es nicht verfällt.“ Das fänden ja auch die Grünen, betonen Dagmar Mosch und Siegfried Liedl.

„Wir wollen aber, dass dabei Rücksicht auf die Natur genommen wird“, fordern sie einmütig. Leider seien entsprechende Anträge der Grünen vom BA nur teilweise angenommen und an die Verwaltung weitergeleitet worden. Sie hoffen daher auf Einsicht der mit der Augustiner-Brauerei verbandelten Edith-Haberland-Wagner-Stiftung, der das Gut gehört. Diese äußert sich auf Hallo-Anfrage nur indirekt dazu.

Konkrete Angaben, etwa zur Idee der Strauchsaum-Pflanzung, macht Stiftungsvorstand Catherine Demeter nicht. Stattdessen schreibt sie allgemein, die Stiftung setze sich intensiv für die Umwelt ein, „wie Sie zum Beispiel am Programm zur Erziehung von Umweltbewusstsein im Tierpark Hellabrunn ersehen können, das wir fördern“. Und bei den Planungen in Freiham nehme man „soweit irgend möglich Bedacht auf die Natur“.

Grünen-Politikerin Mosch nennt das „Plattitüden“. „Es bleibt zu wünschen, dass dahinter steht, dass es die Stiftung mit dem Naturschutz ernst meint“. Noch gibt’s also Hoffnung für Pfaffenhütchen und Co.
Christopher Beschnitt

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