Kunstprojekt auf Schloss Blutenburg – geflüchtete Jugendliche erzählen ihre Geschichten

Sie kommen mit Hoffnung im Gepäck

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Performance-Künstlerin Kaneza Schaal & Illustrator Christopher Myers aus New York

Wie beschreibt man Eindrücke der Heimat ohne gemeinsame Sprache? Nur eine Herausforderung, der sich zwei Künstler aus New York stellen: Bei einem Kunstprojekt in der Internationalen Jugendbibliothek zeigen sie jungen Flüchtlingen, wie man von seiner Heimat erzählen kann – auch ohne viele Worte.

Ungewöhnliche Klänge und freudiges Gekicher erfüllen den Innenhof von Schloss Blutenburg. Die Ursache: eine kleine Gruppe von geflüchteten Jugendlichen, die versucht, gemeinsam mit dem Illustrator Christopher Myers und der New Yorker Performance-Künstlerin Kaneza Schaal (großes Foto) den Klang ihrer Heimat nachzustellen. Und natürlich ist die Freude groß, als das wirre Durcheinander von lauten Geräuschen und Ausrufen von den anderen Teilnehmern erkannt wird. Es handelt sich um einen Markttag in Nigeria – der Heimat von Amaru (15).

„Was hast du im Gepäck?“, so heißt das außergewöhnliche Kunstprojekt, das von der Internationalen Jugendbibliothek (IJB) ins Leben gerufen wurde und sich speziell an die jungen Bewohner verschiedener Flüchtlingsunterkünfte in München richtet. Drei Wochen lang unterstützen die beiden New Yorker Künstler junge Flüchtlinge im Alter von zwölf bis 18 Jahren dabei, ihrer persönlichen Geschichte durch gestalterische und performative Mittel Ausdruck zu verleihen. Dass die Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern kommen und teilweise nur sehr gebrochen Deutsch sprechen, ist dabei nebensächlich. „Kunst ist eine Art von Kommunikation, die Sprachbarrieren überwinden kann“, so die Projektbegleiterin der IJB, Tanja Leuthe. Ziel des Projekts ist es, positive Erinnerungen und kulturelle Prägungen herauszuarbeiten, die von den schlimmen Erlebnissen einer Flucht überlagert wurden. „Wir müssen den Kindern zeigen, dass sie durch ihre kulturelle Identität, ihre Geschichten und ihre Sprache mehr mitbringen, als die wenigen materiellen Dinge, die sie in ihrer Hosentasche mitbringen konnten“, erklärt Myers.

Und tatsächlich spiegelt sich in den Arbeiten der Kinder vor allem eines wieder: eine feste Verbundenheit mit ihrem Heimatland und der große Wunsch, später einmal dorthin zurückkehren zu können. ari
(Kindernamen v. d. Red. geändert)

Kunstprojekt auf Schluss Blutenburg

 © ari
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Amir (16) malt stolz die Flagge seines Heimatlands Syrien. © ari
Kaneza Schaal und Christopher Myres © ari
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Kunstprojekt auf Schluss Blutenburg

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Amir (16) malt stolz die Flagge seines Heimatlands Syrien. © ari
Kaneza Schaal und Christopher Myres © ari
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