Julia Obermeier geht ins Rennen

Als Außenseiter an die Spitze

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Julia Obermeier will wieder in den Bundestag

Überraschung bei der Aubinger CSU: Statt des bisherigen Favoriten Hans-Peter Hoh wird nun doch Julia Obermeier ins Rennen um das frei werdende Bundestagsmandat im Wahlkreis München West-Mitte geschickt. Wie die Chancen der Aubingerin stehen.

Pinke Pumps, überdimensional groß, stehen vor dem Ärztezentrum am Pasinger Bahnhof. Daneben wartet Julia Obermeier an weißen Bartischen auf die Bürger. In rosa Buchstaben steht auf einem Plakat „Wo drückt der Schuh?“. So mancher hat über die Kampagne der Bundestagsabgeordneten (CSU) und Neu-Aubingerin in den vergangenen Tagen noch geschmunzelt. Auch ihre „Politik & Prosecco“-Gesprächsrunden wurden von alteingesessenen Aubinger Parteigrößen belächelt. Doch Obermeier bleibt standhaft, zieht im adretten Kostüm ihr Programm weiter durch – und hat jetzt einen Teilsieg erlangt: Der Aubinger CSU-Ortsverband schickt die 31-Jährige ins Rennen um das Bundestagsmandat des Wahlkreises München West-Mitte.

Wenige hatten Obermeier, die mitten in der Legislaturperiode aus dem Kreis Mühldorf in den Wahlkreis zu ihrem Mann gezogen war, Chancen zugesprochen. Viele dachten, es werde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Aubinger Ortsvorsitzenden Hans-Peter Hoh (52) und dem Obermenzinger Ortsvorsitzenden sowie Chef der Jungen Union Stephan Pilsinger (29). Beide hatten sich früh ins Gespräch gebracht, für das Mandat von Hans-Peter Uhl (CSU), der dieses aufgibt.

Nun die Überraschung: Hoh zieht sich zurück und überlässt Obermeier den Vortritt. „Als CSU brauchen wir ganz dringend eine Verjüngung und eine weitere Frau an unserer Spitze. Das war auch der Wunsch unseres Kreisverbands. Da müssen eigene Interessen zurückstehen“, sagt Hoh und betont, dass in einer Sitzung einstimmig für Obermeier gestimmt worden sei. „Mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit hat sie sehr gute Chancen gegenüber Pilsinger.“

Auch Obermeier sieht sich klar vor dem Obermenzinger Konkurrenten. „Wir sind beide relativ jung. Ich habe aber schon eine Legislaturperiode Erfahrung im Deutschen Bundestag. Zudem sehen es viele in der Partei als Vorteil, dass ich nicht nur jung, sondern auch eine Frau bin“, sagt die 31-Jährige. „Wir sind in der CSU nicht mit allzu vielen Frauen in Mandaten gesegnet.“

Ihre Schwerpunkte zieht sie unter anderem aus ihrer Kampagne „Wo drückt der Schuh?“. Bei Gesprächen mit Bürgern habe sich bestätigt, dass durch den starken Zuzug Themen wie Verkehr und Wohnen zu einer extremen Herausforderung werden. „Viele Menschen machen sich auch Sorgen um ihre Sicherheit, auch im Alter zum Beispiel bei der Rente“, sagt Obermeier. Sorgen, denen sie sich weiterhin annimmt – auch mit Unterstützung der Aubinger. „Wir stehen geschlossen zusammen.“ Stephan Pilsinger war vor Redaktionsschluss telefonisch nicht zu erreichen.

Marie-Anne Hollenz

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