Das Auge ins Viertel

Hallo zeigt die Pläne für die weltweit älteste Stadtjugendherberge

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Der Entwurf des Architekturbüros Graft sieht im Bereich von Lobby und Rezeption eine optische Öffnung der Fassade vor – das so genannte „große Auge“.
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Der Bestand am Winthirplatz: Das gelbe und das daran anschließende Gebäude der Jugendherberge werden abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
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Peter Krausnick vor der denkmalgeschützten Fassade an der Wendl-Dietrich-Straße.
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Projektleiter Ralf Weixler vom Deutschen Jugendherbergswerk (DJH)

Die Fassade des geplanten Neubaus der Jugendherberge am Winthirplatz fällt auf. Die Einrichtung in Neuhausen ist die weltweit älteste Stadtjugendherberge – und sie ist in die Jahre gekommen. Deshalb will das Deutsche Jugendherbergswerk den denkmalgeschützten Altbau sanieren und um einen modernen Neubau erweitern.

Die Jugendherberge an der Wendl-Dietrich-Straße 20 ist weltweit die älteste Stadtjugendherberge und eine der höchstfrequentierten im Freistaat. Ab 2021 soll sie auch die modernste weit und breit sein. Denn der Landesverband Bayern des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) will die Einrichtung erweitern und umbauen. Die Stadt prüft derzeit eine Bauvoranfrage für einen Neubau am Winthirplatz und eine Sanierung des denkmalgeschützten Altbaus aus dem Jahr 1929.

Der Grund für die 20 bis 30 Millionen Euro teure Verjüngungskur: „Die Jugendherberge ist in die Jahre gekommen. Der Standard ist veraltet“, sagt Ralf Weixler (44), Projektleiter beim DJH. Die auf mehrere Gebäude verteilte Herberge ist nicht barrierefrei. Es gibt überwiegend Vier- und Sechsbettzimmer ohne eigene Nasszelle. „Gemeinschaftsduschen und Toiletten auf dem Flur sind heute aber nicht mehr zeitgemäß“, erklärt Hausleiter Peter Krausnick (52). Zudem sei die Nachfrage nach Zwei- bis Vierbettzimmern gestiegen. Denn neben Schulklassen aus aller Welt machen bei rund 62 000 Übernachtungen im Jahr Familien die größte Zielgruppe aus. Abgesehen von dem „Instandhaltungsrückstau“, so Weixler, sei der Standort in Neuhausen bei den Gästen so beliebt, dass mit dem Um- und Neubau auch die Kapazitäten erhöht werden sollen: von derzeit 335 auf rund 440 Betten.

Dazu sollen zwei bisher vom DJH genutzte Häuser am Winthirplatz abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Dessen Höhe orientiert sich am angrenzenden Eckgebäude. „Der Neubau schließt die komplette Baulücke“, sagt Weixler. Darunter wird eine Tiefgarage mit 26 Stellplätzen für Gäste und Personal errichtet. Bisher hat die Einrichtung keine eigenen Stellplätze. Der Haupt­eingang samt Busanfahrt soll von der Wendl-Dietrich-Straße an den Winthirplatz verlegt werden. „Das dürfte die Verkehrssituation entspannen“, kündigt der Hausleiter an.

Die aktuellen Pläne basieren auf dem Ergebnis eines 2014 entschiedenen Architektenwettbewerbs. Wenn das Genehmigungsverfahren zügig weitergeht, kann im Frühjahr 2018 mit dem Bau begonnen werden. Während der rund dreijährigen Bauzeit wird die Jugendherberge komplett geschlossen. „Neubau und Sanierung laufen dann parallel“, erklärt Ralf Weixler.
ul

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