30 Jahre Pasinger Fabrik

"Habe besten Job Münchens"

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30 Jahre Pasinger Fabrik: Frank Przybilla erklärt, wie sie sich verändert hat.

Mit einer riesen Sause feiert die Kulturstätte ihren Geburtstag. Wie sie sich in den vergangenen Jahren verändert hat und was geboten wird, erklärt Geschäftsführer Frank Przybilla.

Sie ist im Münchner Westen die Kulturstätte schlechthin: die Pasinger Fabrik. Jetzt feiert das Haus am Samstag, 16. Juli, seinen 30. Geburtstag (Kästen). Frank Przybilla, Geschäftsführer seit 2001 (Foto unten, 46), erklärt im Hallo-Interview, warum er den besten Job Münchens hat.

Herr Przybilla, was ist von der alten Schuhfabrik heute noch übrig?

„Der Trakt, in dem die Kinder- und Jugendkulturwerkstatt untergebracht ist, und das ehemalige Herrenhaus auf Seiten des Wensauer Platzes. Dort hat einst der Schuhfabrikant David Heymann gewohnt. Zur Historie montieren wir am Festtag auch zwei Infostelen im Eingangsbereich. Das Jubiläum der Pasinger Fabrik gibt einfach Anlass dazu.“Frank Przybilla liebt die Vielfalt der Pasinger Fabrik.

Frank Przybilla liebt die Vielfalt der Pasinger Fabrik.

Was macht denn die Kultur- stätte aus?

„Ihre Vielfalt. Es ist unfassbar, was hier alles beheimatet ist: Von Kindergärten über Straßen- und Sozialarbeit, Ausstellungen, Theater und Festivals. Außerdem tritt bei uns die einzige städtische Oper auf. Ich finde es spannend, dass das alles zusammentrifft und liebe es zu beobachten, wie abends Kinder zwischen gut gekleideten älteren Herrschaften rennen, weil zum einen Kinderdisco und zum anderen Oper ist.“

Wie hat sich die Pasinger Fabrik in den vergangenen 30 Jahren verändert?

„Wir haben das Ebenböckhaus und dessen Park dazubekommen und machen viel mehr Open-Air-Aufführungen. Außerdem sind unsere Festivals internationaler geworden. Wir sind mit dem Iran gestartet, hatten vergangenes Jahr Israel zum Thema und heuer im Herbst die Türkei – unter dem Titel ,Türkiye. Orient. Yourself.“

Wo ist Verbesserungsbedarf? 

„Sanierung tut not! Wir brauchen unbedingt bessere sanitäre Einrichtungen, neue Fenster und eine energetische Sanierung.“

Was ist einer der schönsten Momente, den Sie erlebt haben?

„Ich habe viel Schönes erlebt, weil ich den besten Job Münchens habe: Wer kann schon aus dem Büro entschwinden und sich in Theaterproben schleichen? Das ist einfach super! Für mich war es vergangenes Jahr auch ein Hochgefühl, mir mein Bier und meinen Wurstsalat zu kaufen und in der Blutenburg der Open-Air-Oper Rusalka beizuwohnen. Es war ein so unbeschreiblich schönes Gefühl, dass ich das fast jeden Abend gemacht habe.“

Marie-Anne Hollenz

Die Geschichte:

In den Industriegebäuden der heutigen Pasinger Fabrik war seit Ende des 19. Jahrhunderts die zweite Pasinger Schuhfabrik beheimatet. Es wurden Lederschuhe produziert im Gegensatz zur Regensteiner-Schuhfabrik, die Filz und Tuchschuhe herstellte. Nach einem Brand Neujahr 1904 wurde die Fabrik geschlossen. David Heymann verkaufte die Fabrik 1912 an den Haushaltswarenhersteller Ritter. Nachdem die Ritterwerke (Foto) nach Gröbenzell umgesiedelt waren, kaufte die Stadt München die Gebäude, um sie einer neuen Nutzung zuzuführen. Zunächst waren pädagogische Einrichtungen untergebracht. Zwischenzeitliche Pläne, ein Parkhaus zu bauen, wurden verworfen.

Das Programm:

Das Jubiläums-Fest zum 30. Geburtstag der Pasinger Fabrik findet am Samstag, 16. Juli, statt. Hier das Programm:

15 Uhr: Führung durch die Dokumentation „Von den Ritterwerken und der Schuhfabrik Heymann bis zur Pasinger Fabrik“.

15 bis 18 Uhr: Jetzt schlägt’s 30! Spieleparcours für Kinder und Familien.

15 bis 18 Uhr: Jonglieren in München mit dem Verein Jim.

15 Uhr: Theater von Kindern für Kinder.

15.30 Uhr: Pasinger Madrigalchor – Konzert des preisgekrönten Chors, der seit beinahe 30 Jahren in der Pasinger Fabrik beheimatet ist.

16.30 Uhr: Das Gründungstheater „Viel Lärm um Nichts“ der Pasinger Fabrik zeigt noch einmal die aktuelle Produktion „Die Stühle“.

17.30 Uhr: Empfang „30 Jahre Pasinger Fabrik“.

20 Uhr: Der Pasinger Filmemacher Josef Veith zeigt seine Dokumentarfilme aus dem Stadtteil.

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