Größter Veranstaltungsort im Zentrum Pasings wird abgerissen

Hotel zur Post wird dichtgemacht

Rosmarie Niedermeier ist entsetzt: Das Hotel zur Post an der Bodenseestraße wird nächstes Jahr schließen – und mit ihm der Post-Saal mit 350 Sitzplätzen. Niedermeier ist Chefin des Pasinger Niederbayern-Vereins, dessen Mitglieder sich dort regelmäßig treffen. Was Niedermeier fordert, warum Hotel und Saal wegkommen sollen, lesen Sie hier.

Pasings Zentrum wird weiter umgekrempelt. Nachdem derzeit auf dem dortigen Marienplatz ein neues Hotel entsteht, soll direkt gegenüber bald ein anderes verschwinden: Das Hotel zur Post an der Bodenseestraße – darin sollen Wohnungen entstehen, nachdem der Vertrag der aktuellen Pächter im Oktober 2017 auslaufen wird. Und es ist noch mehr geplant. 

Im Hotel zur Post befindet sich der Post-Saal, ein wichtiger Veranstaltungsort mit 350 Sitzplätzen.

Der ans Hotel angeschlossene Veranstaltungsraum – der Post-Saal – soll abgerissen werden, um dort ein Wohngebäude bauen zu können. Die späteren Bewohner sollen dann den Hotel-Biergarten als Privatgrün nutzen können. All diese Pläne treffen in Pasing auf scharfe Kritik.

Im Fokus steht dabei der Post-Saal. „Wir treffen uns dort regelmäßig“, sagt Rosmarie Niedermeier, Vorsitzende des Niederbayern-Vereins Pasing. „Ich habe keine Ahnung, wohin wir nächstes Jahr ausweichen könnten. Deshalb wünsche ich mir den Erhalt von Saal und Hotel.“ Rückendeckung bekommt sie aus der Politik.

„Wegen seiner Größe ist der Saal in Pasing ein einzigartiger Veranstaltungsort, er hat 350 Sitzplätze“, sagt Dr. Constanze Söllner-Schaar, Sprecherin der SPD-Fraktion im Bezirks­ausschuss (BA) Pasing-Obermenzing. Sie fürchtet auch um den Fortbestand der Durchgangswege am Hotel – die von der Gleichmannstraße zur Spiegel-, zur Bachbauernstraße und zum Marienplatz.

Und die stellvertretende BA-Chefin Maria Osterhuber-Völkl (CSU) moniert: „Der Post-Saal ist einst mit Steuergeldern errichtet und später auch damit saniert worden“, sagt sie. „Dadurch gibt es eine moralische Verpflichtung, ihn zu erhalten.“

Darauf reagiert Reinhard Riedl von der Doblinger-Gruppe, zu der die Monachia Grundbesitz GmbH & Co. KG gehört, die Eigentümergesellschaft des Hotel-Grundstücks. Riedl erklärt: „Das Hotel mit 92 Zimmern kann wirtschaftlich in der heutigen Zeit nicht betrieben werden. Wir hatten bei der Lokalbaukommission deshalb eine Bauvoranfrage für eine Hotelerweiterung auf 125 Zimmer gestellt, diese wurde wegen der erforderlichen Gebäudetiefe negativ beschieden.“ Daher wolle man aus dem Hotel nun Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen machen und an der Stelle des Saales einen Neubau mit Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen errichten. Insgesamt sollen etwa 80 Wohnungen entstehen. „Um- und Neubau sind ab 2018 vorgesehen.“

Die Durchgänge sollten erhalten bleiben. Und was ist mit den öffentlichen Zuschüssen von früher? „Einzelheiten hierzu kennen wir nicht“, sagt Riedl. Denn die Besitzgesellschaft Monachia sei erst nach den fraglichen Zahlungen zu Doblinger gekommen.

BA-Chef Romanus Scholz (Grüne) zeigt sich unterdessen kämpferisch: „Wir wollen den Post-Saal erhalten, darin besteht im BA parteiübergreifend Einigkeit.“ Christopher Beschnitt

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