Historische Erkenntnisse

Keine Würdigung eines Anhängers der NS-Diktatur ‒ Münchner Stadtrat stimmt für Umbenennung der Hilblestraße

Die Prüfung der Stadt zur Umbenennung der Hilblestraße stellt die Geduld des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg auf eine harte Probe.
+
Der Stadtrat in München stimmt für die Umbenennung der Hilblestraße.
  • Jonas Hönle
    VonJonas Hönle
    schließen

Die Hilblestraße in München landete auch auf der Liste der Straßennamen mit „mit erhöhtem Diskussionsbedarf“. Der Stadtrat stimmte jetzt für die Umbenennung.

Die Benennung einer Straße nach Friedrich Hilble ist in der Vergangenheit oft kritisiert worden. Auch eine Expertenkommission setzte die Hilblestraße auf eine Liste mit Straßennamen „mit erhöhtem Diskussionsbedarf“. Nun stimmte der Münchner Stadtrat für die Umbenennung der Straße.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Stadtrat München stimmt für Umbenennung der Hilblestraße in Maria-Luiko-Straße

Der Kommunalausschuss des Stadtrats hat sich am Donnerstag für eine Umbenennung der Hilblestraße ausgesprochen. Damit wurden Konsequenzen über historische Erkenntnisse über das Wirken von Friedrich Hilble gezogen.

Laut Florian Roth, dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, ging Hilble rigoros gegen Menschen vor, die er für „Schmarotzer“ und „Asoziale“ hielt. Zudem befürwortete er deren Inhaftierung im KZ Dachau. Die Umbenennung der Straße sei daher ein Zeichen gegen Antisemitismus und Menschenverachtung.

Die Hilblestraße soll nun künftig Maria-Luiko-Straße heißen. Anna Hanusch, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, würdigte die neue Namensgeberin als beeindruckende Persönlichkeit der Münchner Kunstgeschichte. Zudem sei sie erfreut, dass der Stadtrat einen Vorschlag zur Namensgebung aus dem Viertel Neuhausen ausgewählt hat.

Mit einem symbolhaften Schildertausch nahm der BA Neuhausen-Nymphenburg die Umbenennung im Jahr 2019 schonmal voraus. Das Gremium protestierte damit auch gegen die jahrelange Verfahrensdauer.

Umbenennung der Hilblestraße in München

Maria Luiko, geboren 1904 in München, besuchte ab 1924 die Münchner Kunstakademie. Ihre Zeichnungen, Aquarelle, Scherenschnitte und andere Werke wurden auf mehreren Ausstellungen in München gezeigt. Sie illustrierte auch Bücher, unter anderem von Ernst Toller und Shalom Ben Chorin, war Mitglied in mehreren Künstlervereinigungen und gründete ein Marionettentheater. Von den Nationalsozialisten mit einem Ausstellungsverbot belegt, wurde sie am 20.11. November 1941 mit 998 anderen Jüdinnen und Juden nach Kaunas in Litauen deportiert und dort fünf Tage später ermordet.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

Auch interessant:

Meistgelesen

Katastrophe im Blick – Nach dem Umbau: Kritik an neuer Ampelschaltung am Romanplatz
München West
Katastrophe im Blick – Nach dem Umbau: Kritik an neuer Ampelschaltung am Romanplatz
Katastrophe im Blick – Nach dem Umbau: Kritik an neuer Ampelschaltung am Romanplatz
„Historisch belastet“ ‒ Gibt es für drei Straßen in Pasing und Obermenzing bald neue Namen?
München West
„Historisch belastet“ ‒ Gibt es für drei Straßen in Pasing und Obermenzing bald neue Namen?
„Historisch belastet“ ‒ Gibt es für drei Straßen in Pasing und Obermenzing bald neue Namen?
Entscheidung steht bevor ‒ Gibt es 2022 einen Maibaum in Untermenzing?
München West
Entscheidung steht bevor ‒ Gibt es 2022 einen Maibaum in Untermenzing?
Entscheidung steht bevor ‒ Gibt es 2022 einen Maibaum in Untermenzing?
Körperverletzung am Pasinger Bahnhof – Polizei München muss am Wochenende zweimal ausrücken
München West
Körperverletzung am Pasinger Bahnhof – Polizei München muss am Wochenende zweimal ausrücken
Körperverletzung am Pasinger Bahnhof – Polizei München muss am Wochenende zweimal ausrücken

Kommentare