Unbekannter wird aktiv

Zettelaktion gegen Dauerparker: Bürger protestieren gegen abgestellte Wohnwagen und LKW in Hadern

Helmut Müller (l.) und Christian Purger (r.) ärgern sich über die vielen Camper und Lastwagen in der Kriegerheimstraße.
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Helmut Müller (l.) und Christian Purger (r.) ärgern sich über die vielen Camper und Lastwagen in der Kriegerheimstraße.
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Hadern: Rote Zettel mit Sprüchen hat ein Unbekannter in der Kriegerheimstraße in Hadern an vielen Fahrzeugen angebracht. Über dauerparkende Wohnwagen und abgestellte LKW ärgern sich in der Gegend viele Anwohner.

„Liebe ist, wenn man sein KFZ vor seiner eigenen Haustüre parkt“, „Keiner mag mich hier haben“, „Mein Herrchen hat mich hier abgestellt und vergessen, mich wieder abzuholen“: Rote Zettel mit derartigen Sprüchen hängen seit kurzem an vielen Wohnwagen, Camper und Anhänger, die in der Kriegerheimstraße geparkt sind.

Wer dafür verantwortlich ist, ist ein großes Geheimnis – der Täter ist mit seiner Meinung aber nicht alleine. „Wir waren es nicht“, betont Anwohner Helmut Müller. „Aber die Aussage ist absolut richtig.“ Genauso sieht es auch Christian Purger, Vorsitzender des Großhaderner Gartenbauvereins. „Der Unbekannte hat unsere Unterstützung“, sagt er.

Beide Männer kämpfen gemeinsam mit weiteren Anliegern schon seit Jahren darum, dass die Stadt an der Kriegerheimstraße etwas gegen die Parksituation unternimmt. „Im Schnitt stehen dort zwischen 20 und 40 Wohnwagen“, ärgert sich Müller. Dazu kämen viele nach getaner Arbeit abgestellte Lastwagen. Besonders schlimm sei die Situation abends und am Wochenende, so Müller. „Viele Fahrer halten ihre Ruhezeiten dort ein oder wildcampen am Wochenende“, erklärt er. Dabei hat er eine Beobachtung gemacht, die ihn besonders ärgert: „Teilweise benutzen die Fahrer die Grünanlagen als Toilette.“ Außerdem sei im Januar eine große Menge Diesel ausgelaufen und die Fahrzeuge würden die Straßenreinigung behindern.

Direkt neben der Kriegerheimstraße hat der Großhaderner Gartenbauverein auf dem Gleisbett der ehemaligen Straßenbahnschienen einen Naturlehrpfad eingerichtet, auf dem zum Beispiel verschiedene Pflanzenarten erklärt werden. „Eigentlich wollen wir den Kindern etwas beibringen“, sagt Purger. „Aber dann sehen sie doch nur LKW und Wohnmobile Es schaut aus, wie auf einem Autoparkplatz“, ärgert er sich.

Die Bürger haben sich deshalb schon mehrfach an den Bezirksausschuss gewandt und bei einer Bürgerversammlung ein Parkverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen beantragt. Doch gelöst werden konnte das Problem nicht. „Die Straßenverkehrsordnung gibt her, was dort passiert“, erklärt BA-Vorsitzender Johann Stadler (CSU). Zu diesem Ergebnis kam auch das Kreisverwaltungsreferat (KVR). An einzelnen gefährlichen Stellen veranlasste dass KVR zwar, dass dort nur noch PKW parken dürfen. Da die Kriegerheimstraße laut Flächennutzungsplan aber kein reines Wohngebiet ist, ist dort generell „das Parken von Wohnmobilen und LKW auch über 7,5 Tonnen am rechten Fahrbahnrand in beiden Richtungen gestattet“, heißt es von Seiten der Behörde. Außerdem befürchte man bei einer reinen PKW-Parkzone Verdrängungseffekte in andere Straßen, bei denen die Beeinträchtigung für Anwohner noch größer wäre.

Die Fahrzeuge dürfen aber nicht länger als zwei Wochen unbewegt an der Straße stehen. Stellt die Polizei Verstöße fest, droht den Besitzern ein Bußgeld. „Aber das kommt ihnen immer noch billiger, als sich irgendwo einen Stellplatz zu mieten“, vermutet Helmut Müller. „Das nehmen sie in Kauf.“
Claudia Schuri

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