Ausbau reicht noch nicht

Verlängerung der U 6 nach Planegg?

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Bisher fährt nur die S6 Pendler die aus dem Würmtal kommen, in die Innenstadt.

Hadern - In Planegg fährt die S6. Damit mehr Pendler auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, fordert der BA Hadern an der Station zusätzlich einen U-Bahn-Halt.

Ba-Chef von Hadern, Johann Stadler möchte eine U-Bahn in Planegg. 

Jahrelanges, zähes Ringen ging dem Beschluss im Herbst vergangenen Jahres voraus. Endlich hatten sich Kommune, Freistaat, die MVG und der Landkreis München darauf verständigt die Verlängerung der U 6 bis nach Martinsried zu bauen (Hallo berichtete im November). Aber der Bezirksauschuss (BA) Hadern will mehr: In seiner kommenden Sitzung will das Gremium einen Antrag beschließen, der den Ausbau der U 6 bis zum S-Bahnhof Planegg fordert. „Dass Martinsried jetzt kommt ist zwar schön – aber das reicht uns nicht“, erklärt BA-Chef Johann Stadler (CSU, kl. Foto).

Hadern habe ein gravierendes Verkehrs- und Parkplatzproblem. Viele Pendler aus dem Würmtal fahren größtenteils mit dem Auto über den 20. Stadtbezirk nach München. Dadurch kommt es zu Stau auf der Autobahn und der Waldwiesenstraße. „Viele umgehen dies, indem sie auf der Würmtalstraße fahren, dadurch ist diese ebenfalls regelmäßig dicht“, sagt BA-Mitglied Peter Winklmeier (CSU), der den Antrag initiierte. Er ist der Meinung, dass mehr Menschen komplett auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen würden, wenn sie die Möglichkeit hätten, von weiter draußen – sprich Planegg – in die Stadt fahren zu können.

Auch die Parksituation würde mit einer U-Bahn entschärft

Doch nicht nur wegen verstopfter Straßen wünscht der BA eine Verlängerung der U 6, auch die Parkplatzsituation würde dadurch entschärft. Da das Parken an der derzeitigen Endhaltestelle „Klinikum Großhadern“ gebührenpflichtig ist, fahren viele Pendler bis zur nächsten Station „Großhadern“. „Dort parken sie uns dann die Straßen zu“, beschwert sich Winklmeier. Ein weiteres Problem sei, dass sich die Station „Klinikum Großhadern“ im vierten Ring befindet, die Station „Großhadern“ aber auf der Grenzlinie zwischem dritten und vierten Ring. „Wer also in Großhadern parkt und erst dort in die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigt, spart sich bei der Monatskarte ordentlich Geld“, erklärt Winklmeier. In Martinsried soll eine kleine Park-and-Ride-Anlage mit etwa 81 Parkplätzen über einem bestehenden Parkplatz der LMU errichtet werden.

Stefan Schaudig, stellvertretender Gemeindesprecher von Planegg, bezweifelt, dass der BA-Antrag realisierbar ist. Der volkswirtschaftliche Nutzen wäre mit den heutigen Anforderungskriterien an ÖPNV-Projekte rechnerisch nicht nachweisbar. Außerdem sei da noch die Finanzierungsfrage, schließlich habe man bereits für das Teilstück nach Martinsried lange gekämpft. „Dass es ein Gewinn für die Gemeinde und viele andere wäre, ist jedoch unstrittig“, so Schaudig. Daniela Borsutzky

Haltestelle Martinsried

Zwischen dem Biozentrum der Ludwigs-Maximilians-Universität und dem Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie wird die neue U-Bahn-Haltestelle entstehen. Die Verlängerung beläuft sich auf rund 960 Meter. Die jüngste Kostenschätzung stammt aus dem Jahr 2012 und beläuft sich auf etwa 75 Millionen Euro, Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD) rechnet aber bereits mit 100 Millionen. Der Probebetrieb könnte in fünf Jahren starten.

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