Rücktritt des Vorsitzenden Johann Stadler gefordert

Kostet Pfusch an der Stiftsbogen-Baustelle den BA-Chef sein Amt?

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Die Zustände auf der Baustelle am Stiftsbogen bereiten den Anwohnern nach wie vor Unbehagen.

Riesenskandal an der Horror-Baustelle in Hadern: Seit bekannt wurde, dass BA-Chef Stadler in die üblen Zustände verwickelt sind, wird nun dessen Rücktritt gefordert

Die Ausgangslage an der "Horror-Baustelle" am Stiftsbogen: Zunächst wurden ohne Info der Anwohner 40 Bäume gefällt, anschließend schwere Vorwürfe gegen die Baufirma wegen der dortigen Zustände erhoben:  Unter anderem gab es Bauarbeiter, die ohne Helm werkeln, überstehende Paletten auf dem Dach, unvorhergesehene Stromausfälle und ein Container krachte in die Balkonbrüstung eines Anwohners.

Doch damit noch nicht genug: Ende Juni stellte sich heraus, dass die Familie des Bezirksausschuss-Vorsitzenden Johann Stadler (CSU) in das Bauprojekt verwickelt ist.

Johann Stadler

Nun wurden erneut Rücktrittsforderungen laut. Zu Beginn der jüngsten Sitzung, zu der rund 15 Anwohner gekommen waren, forderten sowohl SPD- als auch Grünen-Fraktion, dass Stadler sein Amt abgibt. Der Vorsitzende selbst äußerte sich nicht, erst nach mehrmaligem Beharren erklärte er: „Ich übernehme die Sitzungsleitung heute selbstverständlich nicht, gehe raus und überlege.“ In Stadlers Abwesenheit führte die Leitung der Sitzung sein zweiter Stellvertreter Franz Alscher (CSU) fort. Matthias Stadler (CSU), der Sohn des Vorsitzenden, der in der Angelegenheit ebenfalls als befangen gilt, war für die Sitzung entschuldigt.

Alscher verlas zunächst ein Schreiben der zuständigen Baufirma „Riebel GU AG Sankt Gallen Niederlassung Deutschland“, welche die Vorwürfe der Anwohner zurückwies. Birgit König, Vorsitzende der wenige Tage zuvor gegründeten Mietergemeinschaft „Stiftsbogen 154-166“, erklärte, dass sich seit der letzten Sitzung viel getan habe: „Die Baufirma und auch die Hausverwaltung haben sich bemüht – und doch tun sich täglich neue Baustellen auf.“ So wie diese: Eine Anwohnerin bemerkte beispielsweise, dass unter einem angebrachten Steg, das Erdreich weggebrochen ist (Foto): „Wir müssen nur auf den Regen warten bis alles morsch wird. Dann fallen wir in die Baugrube wenn wir vom Einkaufen heimkommen.“

In einer hitzigen Debatte beschloss das Gremium: Sowohl die alten als auch die neuen Pläne der Baustelle sollen zum Vergleich vorgelegt werden. Bauherr und Architekt müssen auf ihre Verantwortung hingewiesen werden, in der nächsten Sitzung sollen sowohl Vertreter der Lokalbaukommission, als auch der Architekt und die Baufirma persönlich Rede und Antwort stehen.

Zudem stellte die Grünen-Fraktion weitere Anträge: Renate Unterberg forderte eine offizielle Rüge des Direktoriums für Stadlers Verhalten und eine Offenlegung der Unteren Naturschutzbehörde, wann und wo Bäume nachgepflanzt werden sollen.

Auf Hallo-Nachfrage erklärte Johann Stadler, dass er bezüglich der Rücktrittsforderung bisher zu keiner Entscheidung gelangt sei und noch nicht mehr dazu sagen könne.dbo

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