Der Gold-Junge aus Hadern im Gespräch nach Olympia

Münchner Johannes Lukas führte die Schweden in Pyeongchang zum Sieg

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Den Kuchen und Pokal-Ballon hat Johannes Lukas zur Rückkehr von seiner Freundin bekommen. Eine Medaille oder Urkunde gab es vom schwedischen Verband nicht.

Hadern - Kaum ist Johannes Lukas aus Pyeongchang zurück, geht es als Trainer der schwedischen Biathlon-Mannschaft gleich weiter. Hallo hat beim Koffer packen mit ihm gesprochen

Eben erst aus Südkorea zurück, hatte Johannes Lukas jetzt eine Woche frei, bis es wieder hieß Koffer packen – es geht nach Finnland. Der 24-Jährige aus Großhadern trainiert die schwedische Biathlon-Nationalmannschaft und holte mit ihnen in Pyeongchang zuletzt zwei mal Gold und zwei mal Silber. Lukas ist für den Streckenbereich zuständig. „Ich kümmere mich vor allem um Langlauftechnik, Kraft und Koordination“, erklärt er. „Ich werde oft gefragt, warum ich die Schweden trainiere und nicht die Deutschen. Das hat sich halt so ergeben“, erklärt Lukas. Früher war der Großhaderner selbst Biathlet, musste seine Karriere aufgrund von Verletzungsproblemen aber beenden. Doch aus seiner aktiven Zeit kannte er noch den Cheftrainer der schwedischen Nationalmannschaft – den Deutschen Wolfgang Pichler. Dieser ermöglichte Lukas eine Hospitation nach seinem Abschluss und daraus ergab sich mit der Zeit der Posten des Assistenztrainers. Lukas kann sogar ein bisschen Schwedisch – „die Mädels sind da recht forsch und üben mit mir“, erzählt Lukas lachend. 

Johannes Lukas ist Experte für individuelle Trainigsplanung

Lukas hat Sportwissenschaften studiert und verschiedene Trainerausbildungen absolviert. Aktuell trainiert er auch Jugendmannschaften des TSV 1860 und arbeitet als Personaltrainer – zu seinem Kundenstamm gehört unter anderem Tina Lutz, Europameisterin im Segeln. „Ich bin sozusagen Experte für individuelle Trainingsplanung“, erklärt Lukas. Daher sei es auch kein Widerspruch, dass er gleichzeitig Biathleten, Fußballer und Segler trainiere. „Ich sage denen nicht, welche Laufwege oder welchen Wind sie nehmen sollen. Ich schaue mir den Körper an und analysiere die Bewegungen.“ Die Abwechslung mache den Reiz seiner Arbeit aus. Jetzt begleitet Lukas die schwedischen Biathleten zu den kommenden drei Weltcups in Finnland, Norwegen und Russland. „In Oslo streben wir natürlich das Podium an. Und da nächstes Jahr keiner mehr nach Olympia fragen wird, ist unser Ziel beim Nationencup möglichst viele Startplätze zu sichern“, sagt Lukas. 

210 Reisetage hat er in der Saison 2017/18 – deshalb wohnt er auch noch bei seinen Eltern. „Die Wohnung in München möchte ich sehen, wo sich die Miete für so wenige Tage lohnt. Außerdem würde ich sowieso nicht aus Hadern weg wollen, das ist mein Viertel“, sagt er bestimmt. „Und nach dem ganzen Jetlag dann immer noch einkaufen müssen und so – ne danke“, sagt er grinsend. Am Türrahmen zur Küche hängt übrigens eine Karte mit „Hotel Mama. Heute Ruhetag.“ dbo

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