Ein starkes Team für die Kultur

Haderns Kultur-Retter: Neuer Vorstand übernimmt bedrohten Verein

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Hadern: Aufatmen bei „Kultur in Hadern“: Der Verein ist gerettet, es hat sich ein neues Team gefunden, das künftig die Führung übernimmt.

„Kultur in Hadern“ ist gerettet: Es hat sich ein neues Team gefunden, das den Verein mit rund 280 Mitgliedern in die Zukunft führen wird. Damit hat ein langes Bangen ein Ende. Als die ehemaligen geschäftsführenden Vorstandsmitglieder Dorothee Drescher und Christa Hennings vor einigen Monaten bekanntgaben, ihre Ämter aus Altersgründen abgeben zu wollen, waren keine Nachfolger in Sicht. Der Fortbestand des Vereins war 25 Jahre nach der Gründung gefährdet – bis Eva Schultheis (65) und Stefanie Junggunst (46) ins Spiel kamen.

Junggunst arbeitet beim Nachbarschaftstreff Blumenau, daher kannte sie „Kultur in Hadern“. Schultheis war bereits Vereinsmitglied und besuchte immer wieder gerne dessen Veranstaltungen. Beiden Frauen war sofort klar: Es muss irgendwie weitergehen. Nach einer Infoveranstaltung beschlossen sie, selbst anzupacken: Eva Schultheis stellte sich als erste Vorsitzende zur Verfügung, Stefanie Junggunst als ihre Stellvertreterin. „Ich engagiere mich gerne für Kultur“, sagt Schultheis. „Das Amt ist eine gute Ergänzung zu meinen Interessen und Zeit habe ich auch.“ Stefanie Junggunst wiederum hofft, bei der Arbeit auch von ihren beruflichen Kontakten profitieren zu können: „Wir haben ein tolles Netzwerk in Hadern, ich glaube, da gibt es sicher noch viel Potential“, findet sie.

Gemeinsam mit Schriftführerin Uta Hoffmann (74) und Kassier Heinz Ulmann (69) haben die beiden neuen Kulturchefs viele Pläne. „Zunächst wollen wir natürlich die gute Arbeit unserer Vorgänger fortsetzen, das Programm war ja in den letzten Jahren sehr erfolgreich“, so

Schultheis. Wie bisher wird es Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Museumsführungen oder kulturelle Reisen geben. Rund 60 Veranstaltungen sind pro Jahr geplant, dabei sollen die Kooperationen mit anderen sozialen oder kulturellen Einrichtungen fortgeführt werden. Darüber hinaus möchte das Team aber auch eigene Akzente setzen. „Wir versuchen auch jüngere Leute anzusprechen, damit wir Kultur in Hadern auch in Zukunft erhalten können“, erklärt Junggunst.

Die neue Vorstandschaft könnte sich zum Beispiel vorstellen, beim Musik- und Kabarettprogramm stärker auf den Geschmack der Jugend einzugehen oder künstlerische Mitmachaktionen zu starten. „Da könnte man auch mit modernen Medien, Fotos, Videos oder Installationen arbeiten“, regt Schriftführerin Uta Hoffmann an. „Wir wollen uns inhaltlich breiter aufstellen.“ Dabei möchten sich die vier am Geschmack der Bürger orientieren „Wir wollen den Kontakt zu den Leuten nicht verlieren und das Ohr offen halten, was im Viertel gewünscht wird“, sagt Stefanie Junggunst. Was aber nicht bedeutet, dass es bei Kultur in Hadern künftig nur noch massenkonforme Mainstream-Angebote geben wird. „Wir schauen nicht in erster Linie auf die Besucherzahl, sondern organisieren auch Veranstaltungen mit einem kleinen Interessensbereich“, verspricht Eva Schultheis.

Die neue Vorstandschaft ist für zwei Jahre gewählt, könnte sich aber vorstellen, auch danach noch weiterzumachen.

cla

Welche Aktionen genau geplant sind, wird im Internet auf der Seite www.kultur-in-hadern.de veröffentlicht. Im Herbst soll wieder das gedruckte Programmheft Leporello erscheinen. Infos gibt es zudem jeden Dienstagnachmittag von 16 bis 18 Uhr im Guardini90, Guardinistraße 90. Dann steht ein Vorstandsmitglied für Fragen und Anregungen bereit.

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