So eng wird es in Hadern

Anwohner sauer: Reihenhäuser direkt am Gehweg

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Entlang der Stahleckstraße entstehen drei Reihenhäuser, deren Mauern bis an den Gehweg ragen. „Unschön und unpassend für die Gegend“, findet Peter Stadler.

Hadern: Der Anfang vom Ende für das schöne Gartenstadtviertel? Das fürchten Anwohner wie Peter Stadler, wenn sie auf die Baustelle an der Ecke Stahleckstraße/Kornwegerstraße blicken.

Bebauung bis an den Gehsteig – komisch und hässlich findet das Peter Stadler. Der Fachjournalist wohnt in Hadern und spricht für sämtliche Anrainer, denen diese Bebauung ein Dorn im Auge ist. Es geht um eine Baustelle an der Ecke Stahleckstraße/Kornwegerstraße. Hier entstehen aktuell drei Reihenhäuser und ein Doppelhaus direkt am Gehweg. Stadler und seine Nachbarn sind empört: „Wir haben hier ein schönes Gartenstadtviertel und jetzt kommt da so ein Klotz hin. Der springt einem ja entgegen.“

Hadern stellt Anfragen bei der Lokalbaukommission, beim Bezirksausschuss und der Regierung von Oberbayern

Der Haderner schickte eine Anfrage an die Lokalbaukommission und erhielt die Antwort, dass es an der Stahleckstraße eine Baulinie direkt entlang der Grundstücksgrenze gäbe und man diese einhalten müsse. Daraufhin wandte er sich an den Bezirksausschuss, wo sein Protest auf offene Ohren stieß. Man würde die Situation auf jeden Fall hinterfragen, sagte BA-Chef Johann Stadler.

Doch Peter Stadler reicht das nicht. Mittlerweile hat er sich an die Regierung von Oberbayern gewandt. Er will eine schlüssige Begründung, warum hier direkt bis an die Grundstücksgrenze gebaut werden darf. Seiner Meinung nach gehe es um Gewinnoptimierung des Bauherren: „Da wird jeder Platz ausgenutzt, ohne Rücksicht auf die anderen Häuser.“ Auch in Bezug auf die Parksituation sieht Peter Stadler die Bebauung kritisch: „Wo sollen dort denn auch noch Parkplätze hin? Es ist doch schon alles voll!“ Laut Planungsreferat wird es fünf Stellplätze in Form von zwei Duplexgaragen und einem offenen Stellplatz geben. Stadler kann sich nicht vorstellen, wo auf dem Grundstück dafür noch Platz sein soll.

Auf Nachfrage von Hallo München erklärte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, dass diese Baulinie bereits in den 60er-Jahren festgesetzt worden sei und die Gründe hierfür heute nicht mehr nachvollziehbar seien. „Wenn so eine Festsetzung steht, dann schaut sich das in der Regel danach auch keiner mehr an“, erklärt Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferats. Ungewöhnlich findet die Entscheidung auch Trömer, schließlich sei der Rest der Stahleckstraße „normal“ bebaut. Zwingende, metergenaue Vorgaben für die Abstände gäbe es allerdings – entgegen der landläufigen Meinung – nicht. „Das wird je nach Einzelfall entschieden.“

Zumindest im Falle der Stahleckstraße ist diese aber sehr umstritten. Daniela Borsutzky

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