Erfinder des Selfies

140 000 Fotos mit Promis bescheren Wolfgang Maier eigene Ausstellung

Wolfgang Maier an seinem Lieblingsplatz beim Sortieren.
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Wolfgang Maier an seinem Lieblingsplatz beim Sortieren.
Sein „größter Fang“ war Klaus Kinski, der auch das Buchcover „Herr Maier und die Stars“ ziert.
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Sein „größter Fang“ war Klaus Kinski, der auch das Buchcover „Herr Maier und die Stars“ ziert.
Ai Wai Wai
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Ai Wai Wai
Franz Beckenbauer
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Franz Beckenbauer
Gerhard Schröder
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Ingrid Steeger
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Ingrid Steeger
Joschka Fischer
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Joschka Fischer
Konstantin Wecker
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Konstantin Wecker

Hadern: Wolfgang Maier hat eine ganz besondere Leidenschaft, die jetzt in einer Ausstellung in Hadern zu sehen sein wird: Seit 46 Jahren sammelt er Fotos von sich neben berühmten Persönlichkeiten.

Die Wohnung von Wolfgang Maier in Fürstenried West gleicht einem Archiv: In zig Schränken sind über 500 Alben verstaut in denen sich, fein säuberlich geordnet, mehr als 140 000 Fotos mit zugehörigen Autogrammen befinden. „Ich hab noch nie eins gekauft oder getauscht. In die Sammlung kommt nur, wen ich persönlich getroffen habe“, erklärt Maier. Getroffen hat er mittlerweile so viele Stars, dass er selbst zum Promi wurde – und ihm jetzt eine Ausstellung gewidmet wird (siehe unten).

Angefangen hat alles damit, dass Maier 1974 einen Spaziergang in der Innenstadt machte und bei einer Filmproduktion vorbei kam. Ein Komparse fiel aus, Maier schlüpfte in eine Polizeiuniform und sprang ein. Es folgten weitere Statistenrollen und weil sich Maier als zuverlässig erwies, wurde die Nebentätigkeit zum Beruf. Anfangs war er hauptsächlich in Krimiserien zu Gast, sein erstes Foto mit Autogramm erhielt er von Erik Ode (u.a. „Der Kommissar“). 

Es folgte Elmar Wepper mit dem Maier über 70 Folgen der Serie „Polizeiinspektion 1“ drehte. Irgendwann hatte sich daraus ein Hobby entwickelt, dann eine richtige Leidenschaft, heute ist die Sammlung für ihn ein Stück Zeitgeschichte. „Ich bin fasziniert davon. Diese Leute machen einen tollen Job. Ich möchte weitertransportieren, was alles dahintersteckt, bis eine Szene mal im Kasten ist“, erklärt Maier.

Seit 46 Jahren geht er nun schon seinem Hobby nach, jeden Abend sitzt er fünf, sechs Stunden am Schreibtisch, seinem Lieblingsplatz. Dort wird dann sortiert, ausgeschnitten, geklebt – alles muss seine Ordnung haben. „Für mich ist das Erfüllung. Es ist toll, wenn man das Ergebnis sieht“, freut sich Maier.

Mittlerweile ist Maier selbst bekannt. Es wurde ein Kurzfilm über ihn gedreht, es gibt ein Buch mit seinen Bildern, er ist regelmäßig auf Ausstellungen vertreten und hat sogar eigene Autogrammkarten. Und auch die Stars kennen ihn. Wenn er mal wieder Giovane Elber oder Markus Rosenmüller über den Weg läuft, heißt es „Ach, der Wolfgang wieder, schön dich zu sehen!“

Aber daraus macht sich Maier nichts. Er freut sich einfach nur, wenn er jemanden trifft und es mit einem Foto klappt. „Man kann so ein Leben nicht planen. Aber es ist schön, wie es gelaufen ist. Und, dass mich so viele Leute unterstützen“, erklärt Maier. Der Rückhalt der Familie sei das Wichtigste, betont er. Erst gestern hat ihm seine Frau wieder drei Flaschen Uhu gekauft. „Sie weiß einfach, womit sie mir eine Freude macht“, sagt Maier. dbo

Ausstellung

Am Freitag, 8. Dezember, wird um 19 Uhr die Ausstellung „Herr Maier – Erfinder des Selfies“ mit einer Vernissage eröffnet. Sie ist von Montag, 11. Dezember, bis Freitag, 12. Januar, im Stadtteilkulturzentrum Guardini90, Guardinistraße 90, zu sehen. Infos: www.guardini90.de

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