Rätselhafte Reizungen bei Kindern

Gift-Alarm an der Grundschule

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Von Donnerstag bis Dienstag blieb die Gertrud-Bäumer-Schule nach einem Gift-Alarm geschlossen. Zettel an der Tür (kl. Foto u.) informierten die 530 Schüler und deren Eltern zusätzlich.

Ausnahmezustand an der Gertrud-Bäumer-Grundschule. Nachdem 28 Kinder über brennende Augen und ein Kribbeln im Hals geklagt haben, wurde das Gebäude geräumt. Tagelang war die Schule wegen Raumluftmessungen gesperrt, ab sofort ist der Unterricht dort wieder freigegeben. Was los war, lesen Sie hier.

Die Gertrud-Bäumer-Schule in Neuhausen ist wieder in Betrieb. Was am Donnerstag vergangener Woche zu einem Gift-Alarm samt Großeinsatz der Feuerwehr geführt hat, ist allerdings noch unklar. „Wir bleiben an dem Thema dran“, erklärt Christina Warta, Sprecherin des Referats für Bildung und Sport (RBS). Denn auch tagelange Messungen durch das Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) haben keine Erklärung für die Beschwerden ergeben, über die 28 Kinder plötzlich klagten: brennende Augen und gereizte Atemwege. Auch von einem undefinierbaren Geruch war die Rede.

Besorgt brachten die Lehrer alle 530 Grundschüler ins Freie. Sie alarmierten die Feuerwehr und verständigten die Eltern, dass sie ihre Kinder abholen sollen. Experten der Feuerwehr nahmen sofort verschiedene Messungen vor, konnten aber „keine akute Gefahr“ nachweisen, wie ein Sprecher auf Hallo-Anfrage mitteilt. Notärzte kümmerten sich um die Kinder.

Das Schulgebäude wurde für den Unterricht gesperrt. Die Stadt beauftragte ein unabhängiges Messinstitut, die Raumluft in der Schule zu untersuchen. 

Bis Dienstag herrschte für die Gertrud-Bäumer-Schule deshalb der Ausnahmezustand. Am Freitag hatten die Kinder schulfrei. Am Montag und Dienstag wurden die 21 Klassen für den Unterricht in fünf umliegende Grund-, Förder- und Mittelschulen ausgelagert. Arbeitsgemeinschaften und der Nachmittagsunterricht fielen aus. Die Schule informierte auf ihrer Internetseite über den Stand der Dinge. Auf Hallo-Anfrage wollten sich jedoch weder die Schulleiterin noch der Elternbeirat öffentlich äußern.

Jetzt liegen die Messergebnisse des RGU vor: „Die gemessenen Raumluftwerte an der Grundschule Gertrud-Bäumer-Straße waren völlig unbedenklich“, so Christina Warta. Das Gebäude könne ab sofort wieder uneingeschränkt genutzt werden. Die Resultate sollen ihrer Auskunft nach so bald wie möglich ausführlich auf der Internetseite des RGU veröffentlicht werden (www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Referat-fuer-Gesundheit-und-Umwelt.html).

Eröffnet wurde die Schule 1997. Sie ist eingerüstet, weil seit Pfingsten Sanierungsarbeiten am Dach und den Fassaden stattfinden. „Derzeit werden Fassadenplatten angeschraubt, also mechanische Montagearbeiten durchgeführt. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen diesen Bauarbeiten und den Beschwerden der Schüler“, sagt Dagmar Rümenapf, Sprecherin des städtischen Baureferats. ul

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