So schaffen Babys Nachbarschaft

Babysitterbörse in Gern - jetzt müssen sich nur noch Babysitter finden

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Die dreifache Mutter Linda Kunz (hier mit Tochter Anna) und Mike Narsesian (re.), Vater einer kleinen Tochter, finden Jens Uebeles (Mi.) Initiative für eine Babysitterbörse im Kitz toll.

Das Kindertageszentrum am Reinmarplatz plant eine Babysitterbörse für Eltern und Babysitter: Hierfür werden jetzt junge Leute als Sitter gesucht.

Gern – Noch ist Linda Kunz (37) aus Neuhausen in Elternzeit. Wenn sie ab September aber wieder arbeiten muss, wird es noch schwieriger, für ihre drei Kinder im Alter zwischen eins und vier Jahren zu verschiedenen Zeiten Babysitter zu finden.

Oft arbeiten auch alle Angehörigen noch

Denn alle Angehörigen in der Nähe sind selbst berufstätig. Deshalb hofft sie jetzt auf ein neues Projekt von Jens Uebele vom Kindertageszentrum (Kitz) am Reinmarplatz: eine Babysitterbörse, die interessierte Eltern und verantwortungsvolle junge Leute zusammenbringt.

„Durch unsere Elternbefragungen wissen wir vom großen Interesse an einem solchen Angebot im Stadtteil“, sagt Uebele. Er erklärt: „Oft sind die Großeltern weit weg und durch die teuren Mieten müssen meist beide Elternteile arbeiten.“ Gesucht werden daher nun Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Stadtteil für Eltern im Stadtteil. Das Kitz bietet ihnen eine kostenlose Schulung an und erfasst sie auf einer Liste. Diese wird dann auf Nachfrage an Eltern mit Betreuungsbedarf ausgehändigt. Alles Weitere wie Bezahlung und Termine vereinbaren Familien und Babysitter direkt miteinander. Wobei Uebele hofft, dass Geld dabei nicht die einzige Rolle spielt. „Die Jugendlichen verstehen das hoffentlich in mehrfacher Hinsicht als Bereicherung. Es geht auch um Nachbarschaft und um soziale Kompetenzen“, sagt er.

Babysitterbörse als Vermittlungs- und Anlaufstelle

Linda Kunz kennt das selbst von früher: „Ich habe als Jugendliche gerne auf Nachbarskinder aufgepasst. Man kannte sich eben. Heute komme ich mit Jugendlichen aus der Nachbarschaft gar nicht in Kontakt. Da wäre eine solche Börse eine große Hilfe.“ Das findet auch Mike Narsesian, der mit seiner Partnerin und einer eineinhalbjährigen Tochter in der Borstei lebt. „Dort kennt auch nicht jeder jeden. Ins Gespräch kommt man eigentlich nur mit Eltern, die das gleiche Problem haben.“ Dabei wünscht sich der 40-Jährige gerade bei der Betreuung seines Kindes möglichst viel Vertrauen und kurze Wege und würde die geplante Börse als Vermittlungs- und Anlaufstelle gerne nutzen.

Im Kindertageszentrum am Reinmarplatz 30 können sich interessierte angehende Babysitter unter Telefon 143 04 32 80 oder per E-Mail an jens.uebele@jh-obb.de melden. „Die Eltern kommen dann ganz von alleine“, so Uebele. ul

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