Vize-Chef zeigt die kuriosesten Einzelstücke der neuen Halle 2 in Pasing

Schräge Schätze

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Mustafa Yildirim ist sich unsicher: „Vermutlich war das früher mal ein Reh“, sagt der stellvertretende Leiter der Halle 2 über dieses sechs Euro teure Stück. Yildirim ergänzt: „Solche Knochen-Sachen bekommen wir hier ziemlich oft angeliefert. Häufig sind auch richtig große Hirschgeweihe dabei.“ Und wer kauft dieses Zeug? „Nicht nur alte Menschen, wie man vielleicht erst mal denken könnte“, antwortet Mustafa Yildirim. Er ergänzt: „Gerade auch Studenten kaufen diese Dinge und dekorieren sich damit dann gerne ihr Zuhause. Das scheint zurzeit hip zu sein.“
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Gegenstände wie dieser zehn Euro teure Gehstock bringen bei Mustafa Yildirim die Gedanken in seinem Kopf in Fahrt: „Guck mal, was da alles drauf ist“, wundert er sich. „So eine barbusige Frau, die an eine Galionsfigur an einem Schiff erinnert. Und dann sind da so Klunker dran und Dollar-Zeichen. Wenn ich so ein kurioses Ding bei uns entdecke, dann überlege ich schon: Wem gehörte das früher wohl einmal? Einem alten Seebären vielleicht, der damit über alle Weltmeere gesegelt ist? Wer weiß das schon …“
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Wie schön bunt das funkelt! „Das sind verschiedene Mineralien“, erklärt Mustafa Yildirim nach einem kurzen Kennerblick in die dunkelrote Schachtel. Also keine wertvollen Edelsteine? „Nee, aber hübsch sind’s ja trotzdem“, erwidert er. „Und obendrein noch selten. So was kriegen wir nicht oft. Wer danach bei uns stöbert, muss also Glück haben, dass er’s auch findet. Eben wie bei der Suche nach einem echten Schatz – und danach sieht dieses schöne Kästchen doch wohl aus!“ Zu haben ist es indes zum Schnäppchenpreis: Es kostet rund fünf Euro.
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„So etwas ist echt rar“, sagt Mustafa Yildirim und reckt ein großes gelbes Schild mit der Aufschrift „Karlsplatz (Stachus)“ in die Höhe. „Puh, das ist ganz schön schwer“, stöhnt Yildirim. Und auch der Preis für das gute Stück ist vergleichsweise gewichtig: 20 bis 30 Euro soll es kosten. „Das wird trotzdem ruckzuck weggehen, wenn wir es aus dem Lager in den Verkaufsraum gebracht haben werden, denn so was sammeln wirklich viele Leute“, prophezeit Yildirim. Und dann erklärt er noch, was es mit dem Schild eigentlich auf sich hat: „Das stammt vermutlich aus einer U-Bahn-Haltestelle.“
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Solche Sachen zu verkaufen, das macht Mustafa Yildirim Spaß. „Man schmunzelt ja irgendwie automatisch, wenn man einen Scherzartikel wie diesen komischen ‚Kuschel-Ersatz‘ in den Händen hält, und das gilt dann auch für die Kunden“, sagt er. Etwa drei Euro will Yildirim für dieses Stoffstück verlangen. Und wer so ein Ding haben möchte? „So was wird gerne mal als Gag zum Geburtstag oder zu anderen Festen und Feiern verschenkt.“
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Goran Djordjevic (links) und Mustafa Yildirim (rechts) leiten die Halle 2. Sie zeigen, was sie unter anderem verkaufen: Mopeds, Schwerter und Schlagzeug.
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Brauchen Sie seltene Mineralien? Oder ein altes U-Bahn-Schild? Vielleicht ein Geweih? Dann ist die neue Halle 2 der richtige Ort für Sie. Der stellvertretende Hallenleiter Mustafa Yildirim zeigt in Hallo die größten Schätze, die das städtische Gebrauchtwarenkaufhaus, das gerade von Giesing nach Pasing gezogen ist, zu bieten hat.

Der Name der Halle 2 ist bewusst gewählt: „Die 2 soll darauf hindeuten, dass wir alten Dingen eine zweite Chance geben“, erklärt Evi Thiermann, Sprecherin des Abfallwirtschaftsbetriebs München. Denn die Halle 2 ist das einzige städtische Gebrauchtwarenkaufhaus Münchens. Gerade ist es umgezogen.

„Die Halle 2 gibt es seit 2001“, sagt Evi Thiermann. „Wir bieten dort Dinge an, die auf den zwölf Wertstoffhöfen der Stadt abgegeben wurden, aber zu schade für den Müll sind.“ Bisher befand sich die Halle an der Sachsenstraße in Giesing. Doch dieser Ort ist nicht mehr standsicher. Daher ist die Einrichtung nun nach Pasing umgesiedelt, in die Peter-Anders-Straße 15. Und nicht nur die Anschrift ist neu.

„Statt 600 Quadratmetern Verkaufs- und 200 Quadratmetern Lagerfläche haben wir jetzt 200 und 400 Quadratmeter mehr“, sagt Thiermann. Zudem gebe es nun Elektrogeräte und Blumenerde sowie die Möglichkeit, Altwaren gleich vor Ort abzugeben. Das freut auch Goran Djordjevic.

Er ist in der Halle 2 Chef von zehn Mitarbeitern – und Herr über zig Gegenstände: „Für die neue Halle gibt’s noch keine Zahlen, aber in der alten haben wir rund 170 000 Artikel jährlich verkauft, an 45 000 Kunden.“ Sprecherin Thiermann ergänzt: „Damit haben wir 1 000 Tonnen Abfall vermieden und im Schnitt 300 000 bis 350 000 Euro Umsatz im Jahr gemacht.“ Etwaige Überschüsse gingen in den städtischen Gebührenhaushalt.

Die Halle 2 hilft also nicht nur der Umwelt, sondern auch den Finanzen.
Christopher Beschnitt

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr; Versteigerungen samstags ab 11 Uhr; Infos: Telefon 23 39 62 00

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