Gautingerin will erste deutsche Frau im All werden

Vom Würmtal ins Weltall

Carleen Kluger (28)

Schon als Kind wollte Carleen Kluger (Foto) Astronautin werden. Nun könnte ihr Wunsch in Erfüllung gehen. Die 28-jährige Bio-Physikerin aus Gauting nimmt am Projekt „Die Astronautin“ teil und könnte die erste deutsche Frau werden, die ins All zur Raumstation ISS fliegt. Wie die zweifache Mutter den Weg vom Würmtal ins Weltall meistern will, lesen Sie hier.

Carleen Kluger (28) hatte schon als kleines Mädchen einen Traum: Sie wollte Astronautin werden. Nun ist die Gautingerin ihrem Wunsch näher denn je. Sie könnte tatsächlich die erste deutsche Frau im Weltall werden.

Begonnen hat alles mit einer Ausschreibung: Claudia Kessler von der Firma HE Space Operations, einem Personaldienstleister für Fachkräfte in der Luft- und Raumfahrt, suchte speziell Frauen, um die Männerdomäne bei den deutschen Astronauten zu durchbrechen. „Als ich das gelesen habe, wusste ich sofort: Da bewerbe ich mich“, erzählt Kluger. „Schon als kleines Mädchen habe ich als Berufswunsch immer Astronautin angegeben.“ 

Weltraumstation ISS

Tatsächlich ist die in Gräfelfing geborene und in München aufgewachsene Kluger heute Bio-Physikerin und stellt ihre Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried fertig. Der Traum vom Weltall ist mit der Bewerbung aber wieder voll entflammt. Ziel Klugers ist die internationale Raumstation ISS. Dort will sie Forschung betreiben. Das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstützte Projekt „Die Astronautin“ könnte der Türöffner dort hin sein. Mehr als 400 Frauen hatten sich für das Astronauten-Training beworben. Nach ersten medizinischen Tauglichkeitsuntersuchungen sank die Zahl auf 120 und nun auf 90 – und Kluger ist immer noch dabei.

Als nächstes stehen psychologische Tests am DLR in Hamburg auf dem Programm. Was genau sie dort erwartet, weiß Kluger nicht. „Das ist alles geheim.“ Es werden aber wohl – ähnlich wie bei Flugzeugpiloten – Eigenschaften wie Konzentration und Merkfähigkeit getestet. Nur 30 Bewerberinnen bleiben danach übrig.

Am eigentlichen Astronautentraining sollen voraussichtlich nur zwei Frauen teilnehmen. Sollte die Mutter zweier Kinder dafür in eines der großen Raumfahrt-Zentren nach Houston (USA), oder Moskau (Russland) müssen, ist sie für einen Umzug bereit. „Meine Familie ist flexibel genug.“ Zwei bis drei Jahre würde das intensive Training dauern.

Der Aufenthalt auf der ISS wäre dagegen recht kurz. „Das sind nur einige Wochen, auf die man aber Jahre hin trainiert“, sagt Kluger. Die Strapazen würde sie für ihren großen Traum aber gerne auf sich nehmen. „Mit einem Flugzeug zu fliegen ist schon unglaublich. Aber mit einer Rakete in die Schwerelosigkeit hochgeschossen zu werden, das ist bestimmt fantastisch.“
ad

Auch interessant:

Meistgelesen

Petition für Reitstall Aubing an der Ubostraße übergeben
Petition für Reitstall Aubing an der Ubostraße übergeben
Aubing: Kampf für Erhalt des Reitstalls an der Ubostraße
Aubing: Kampf für Erhalt des Reitstalls an der Ubostraße
München: Trotz zahlreicher Warnungen - Polizei muss Eisflächen im Stadtgebiet räumen
München: Trotz zahlreicher Warnungen - Polizei muss Eisflächen im Stadtgebiet räumen
Der Wettbewerb ist entschieden – So wird die neue Hirmerei
Der Wettbewerb ist entschieden – So wird die neue Hirmerei

Kommentare