Gartenstadt Obermenzing

Bezirksausschuss lehnt in Obermenzing Neubau nach Totalrodung ab

nachdem er sämtliche Bäume an der Frihindorfstraße illegal fällte, möchte der Eigentümer nun dort bauen. 
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Nachdem er sämtliche Bäume an der Frihindorfstraße illegal fällte, möchte der Eigentümer nun dort bauen. 

2019 fällte ein Bauherr sämtliche Bäume auf dem Grundstück an der Frihindorfstraße in Obermenzing.  Der BA lehnte nun sein Bauvorhaben ab

  • Bauantrag nach Totalrodung an der Frihindorfstraße in Obermenzing
  • Bezirksausschuss diskutiert über Genehmigung
  • Ablehnung nicht nur wegen Baumfällungen

München-Obermenzing - Der illegale Kahlschlag des Grundstücks an der Frihindorfstraße in Obermenzing sorgte im vergangenen Jahr für große Empörung. Der Bauherr entfernte an einem Freitagnachmittag sieben große Bäume ohne Genehmigung. Als Reaktion bildete sich sogar eine Bürgerinitiative. Nun  lehnte der Bezirksausschuss den Neubau eines Einfamilienhauses sowie eines Doppelhauses auf dem Grundstück ab –  wegen der zu massiven Bauweise. 

Ärger über Rodung an Frihindorfstraße noch groß

Sven Wackermann ( CSU ) kritisierte nochmals die Baumfällungen und nannte das als Hauptgrund für die Ablehnung durch seine Fraktion. Sein Parteikollege Stephan Pilsinger monierte: "Der Bauträger fällt alles und nimmt eine Strafe in Kauf, weil es sich trotzdem lohnt." 

FDP will Bauantrag zustimmen

Christa Stock (FDP) stimmte dennoch für das Bauvorhaben: "Mich ärgert die Rodung auch. Es ist eine Sauerei und ich hoffe, dass eine Strafe ausgesprochen wird." Aber das Vorhaben halte sämtliche Vorschriften ein und sei genehmigungsfähig. Deshalb können man die Bebauung nicht ablehnen. 

Dem widersprach Maria Osterhuber-Völkl (CSU): "Wir sind ein politisches Gremium und sollten hier klare Kante zeigen." Rüdiger Schaar (SPD) meinte dagegen: "Unsere Argumentation muss nachvollziehbar sein und sich auf fachliche Dinge konzentrieren." Er plädierte dafür, den Bau abzulehnen, weil er zu massiv sei und nicht ins Stadtbild passe. 

Letztendlich einige sich der Bezirksausschuss darauf, das Vorhaben wegen der massiven Bauweise abzulehnen, aber in seiner Stellungnahme auch auf die illegale Rodung hinzuweisen. Außerdem bittet das Gremium um Auskunft, wie hoch die Strafe für die Fällungen ausfallen wird. 

Die Fällungen sind auch immer wieder Thema in den Bürgerversammlungen. Zahlreiche Initiativen kämpfen um den Erhalt der Gartenstädte in Obermenzing und Pasing. Zuletzt sorgte die Entfernung einer Blutbuch für Ärger.

Andreas Schwarzbauer

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