Einzigartiges Museumskonzept kommt nach Nymphenburg – Freistaat investiert 95 Millionen Euro

Biotopia: Mensch und Natur erleben

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Das künftige Naturkundemuseum lädt Kinder und Erwachsene zum Perspektivenwechsel und zu interaktiven Naturerfahrungen ein.
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Dr. Ulrike Rehwagen, Leiterin des Aufbaustabs

Die Umwelt aus der Perspektive einer Ameise erleben, im offenen Labor experimentieren und den Menschen als Teil der Natur erleben – auf das und mehr können sich die Besucher von „Biotopia“ im Schloss Nymphenburg jetzt schon freuen.

Aus dem Museum Mensch und Natur in Schloss Nymphenburg wird bis etwa 2023 (siehe Info unten) „Biotopia“, ein zukunftsweisendes Naturkundemuseum für Bayern. Rund 95 Millionen Euro lässt sich der Freistaat die Erweiterung und Neukonzeption kosten. Dafür wird weitaus mehr als der Name geändert. „Wir entwickeln ein weltweit einzigartiges Konzept“, sagt Dr. Ulrike Rehwagen, Leiterin des Aufbaustabs. Außerdem wird die Gesamtfläche mehr als verdoppelt.

Der wesentliche konzeptionelle Unterschied: Bisher strukturieren Naturkundemuseen ihre Inhalte meist nach den Diszi­plinen der einzelnen Naturwissenschaften oder nach geografischen Prinzipien. „‚Biotopia‘ wird international das erste Museum sein, das Verhaltensweisen sowie Natur- und Lebensprozesse in den Mittelpunkt stellt, die den Menschen mit Tieren, Pflanzen und anderen Organismen verbinden“, erklärt sie. Unter anderem wird sich die Dauerausstellung um die Themen Essen, Schlafen, Fortbewegen und Fortpflanzen drehen. „Der Mensch soll dabei nicht als Krönung der Schöpfung begriffen werden, sondern als Teil, Erforscher, Nutzer und Gestalter der Natur“, so Rehwagen. Dabei gehe es insbesondere um die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf das Ökosystem. Ziel sei, das Verständnis und die Wertschätzung für die Natur zu fördern.

Damit wollen die Museumspädagogen schon bei den Kleinsten anfangen. Einer von vielen neuen Bausteinen im Konzept ist ein Kindermuseum speziell für Besucher bis sechs Jahre. „Kinder können aus der Perspektive von Tieren und Pflanzen deren Lebensräume erleben“, sagt die Planerin. Die Angebote für Schulklassen sollen ausgedehnt werden. Dazu wird „Biotopia“ eng mit weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen und Museen in München und Bayern zusammenarbeiten. Interaktiv und interdisziplinär soll in vier neu entstehenden, offenen Laboren gearbeitet werden. Jung und Alt werden dort forschen und experimentieren können. Auch der Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst soll im Naturkundemuseum der Zukunft nicht zu kurz kommen.

Nachdem der sogenannte Masterplan jetzt steht, wird sich die Planung in den nächsten zwei Jahren vor allem auf die bauliche Ausgestaltung konzentrieren. „In den kommenden Jahren sind Veranstaltungen und Festivals geplant“, kündigt Rehwagen an. Los geht’s voraussichtlich mit einer Infoaktion während der Stadtteilwoche im Juni. ul

Zahlen und Fakten zum Museum
Das Museum Mensch und Natur wurde 1990 im Schloss Nymphenburg eröffnet und ist eines der meistbesuchten Museen des Freistaats. Im vergangenen Jahr kamen rund 178 000 Besucher, 2015 waren es 151 000. Durch die Erweiterung zum geplanten Naturkundemuseum „Biotopia“ sollen bis zu 400 000 Menschen pro Jahr die Angebote nutzen können. Die Ausstellungs- und Aktionsfläche wird dafür deutlich vergrößert: Die reine Ausstellungsfläche wird sich von etwa 2300 auf rund 6000 Quadratmeter ausdehnen. Die Gesamtfläche wird von 5500 (Museum Mensch und Natur plus Werkstätten) auf 12 773 Quadratmeter (Naturkundemuseum inklusive Café, Vortragssaal, museumspädagogische Räume und Büros) anwachsen. Baubeginn wird frühestens 2019 sein, die Fertigstellung nicht vor 2023. „Biotopia“-Gründungsdirektor ist Prof. Michael John Gorman. ul

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