Pasing als Vorreiter?

Untersuchungen für Magnetschwebebahn nach München

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Magnete im Fahrwerk lassen die Bahn mit elektromagnetischen Kräften zwischen den Stahlschienen schweben. Weil der Zug die Schienen nicht berührt, gibt es laut Bögl keine Vibrationen und keinen Lärm.

Nach dem gescheiterten Transrapid, könnte doch noch eine Magnetschwebebahn durch München fahren. Die Bundeswehr-Universität untersucht konkret eine Trasse zwischen Augsburg und Pasing

Der Transrapid zum Flughafen scheiterte vor einigen Jahren. Doch nun gibt es einen neuen Vorstoß für eine Magnetschwebebahn. Der Lehrstuhl für Verkehrstechnik der Bundeswehr-Universität untersucht derzeit, wie Pendler vom Landkreis Dachau schneller und umweltfreundlicher nach München kommen könnten. Eine Möglichkeit: eine Magnetschwebebahn, die entlang der A8 von Augsburg nach Obermenzing und dann zum Pasinger Bahnhof fährt. 

Park&Ride-Parkplätze an den Ausfahrten

Die Strecke könnte auf dem Grünstreifen in der Mitte der Autobahn verlaufen. In unmittelbarer Nähe der Ausfahrten soll es Haltestellen und große Park&Ride-Parkplätze geben. „Generell ist das Ziel, Autofahrern Alternativen bereitzustellen, sodass sie einen Anreiz haben, das Auto stehenzulassen und den öffentlichen Verkehr zu nutzen“, sagt Michaela Tießler, Mitarbeiterin am Lehrstuhl. Sie hofft, dass es dadurch weniger Stau und Emissionen geben wird. 

Technisch sei die Realisierung auf dem Mittelstreifen absolut machbar, teilt Nancy Fürst, Sprecherin der Firma Max Bögl mit. Das Unternehmen hat eine Magnetschwebebahn entwickelt, die bis zu 150 Stundenkilometer schnell fahren und 30 000 Personen pro Stunde in eine Richtung transportieren kann. Sie hätte damit eine wesentlich größere Kapazität als die Seilbahnen, die derzeit in München diskutiert werden. Sie sei zudem leise und platzsparend. Derzeit baut die Firma eine Demonstrationsstrecke in China und bemüht sich um die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt. 

Das sagt OB Dieter Reiter

Oberbürgermeister Dieter Reiter begrüßt den Vorstoß: „Alles, was hilft, den Autoverkehr zu reduzieren, ist zu unterstützen. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen, aber ich halte es für enorm wichtig, neue und umweltfreundliche Ideen und Verkehrskonzepte zu diskutieren.“ Der Pasinger BA-Chef Romanus Scholz kann sich nicht vorstellen, dass die Bahn irgendwann durch das Stadtgebiet fährt. Er würde sie an der Autobahnraststätte „Pippinger Flur“ enden lassen.Dort könnte eine U-Bahn die Pendler weiter Richtung Innenstadt transportieren. 

Die Universität wertet nun eine Umfrage zum Fahrgastpotenzial aus. Wie es dann weitergeht, ist offen. Ein Hindernis könnten die Kosten sein. Ein Kilometer Strecke für beide Richtungen kostet zwischen 30 und 50 Millionen. 

Andreas Schwarzbauer

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