Zweite Stammstrecke

Eidechsen wichtiger als Kinder?

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Die Bahn setzt an der Baustellenzufahrt zwischen Schule und ESV Sicherheitsposten (li.) ein. Pia Kraske (re.) vom Verein fände es dagegen besser, wenn die Laster dort ganz weg wären.

Bauverkehr für zweite Stammstrecke gefährdet Schüler und Sportler. Doch die Bahn sieht keine Alternative ...

Ferdinand Helmer vom Elternbeirat der Grundschule an der Margarethe-Danzi-Straße ist überzeugt: „So eine Baustellenzufahrt würde heute keiner mehr genehmigen.“ Denn: Während der aktuellen Abbrucharbeiten an der S-Bahnstation Laim führt die Lkw-Trasse voraussichtlich bis Ostern 2020 genau zwischen der Schule mit rund 400 Kindern und dem ESV mit 7000 Mitgliedern hindurch. Die Vereins-Geschäftsführerin Pia Kraske hat deshalb jetzt an Oberbürgermeister Dieter Reiter geschrieben. Ihr Ziel: eine provisorische Zufahrt am westlichen Rand des Vereinsgeländes. 

Eidechsen nicht als Hauptgrund

Dieser Vorschlag hat aber wohl wenig Aussicht auf Erfolg. Unter anderem, weil dort eine Schutzzone für die gefährdete Zauneidechse ist und man die Tiere zuerst umsiedeln müsste. Das sei frühestens wieder im April/Mai 2020 möglich, und dann sei die Baustellenzufahrt dort überflüssig, erklärt Jörg Mader, zuständig für die Bürgerkommunikation beim Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke. 

Er betont auch: „Die Eidechsen sind nicht der Hauptgrund.“ Schon während des Genehmigungsverfahrens für das Großprojekt sei diese Zufahrt auch in Abstimmung mit dem ESV als ungeeignet abgelehnt worden. Es liege daher keine Genehmigung dafür vor. Zudem sei der Weg baulich nicht für Schwerlastverkehr geeignet. 

Vorschlag der Bahn für mehr Sicherheit

Die Alternative der Bahn: Sie stellt an Schultagen jeweils von 7 bis 18 Uhr Sicherheitsposten an mehreren Stellen in der Margarethe-Danzi-Straße bereit, unter anderem an einem eigens markierten Zebrastreifen zwischen Schule und ESV. „Damit kann man am besten auf die jeweilige Verkehrssituation eingehen“, sagt Mader. Ferdinand Helmer hat noch einen anderen Vorschlag: „Am besten wäre es, wenn morgens zwischen 7 und 8 Uhr gar kein Lkw dort fahren würde.“ 

Und er sorgt sich nicht nur um die nächsten Monate, bis die Baustraße über der Unterführung wieder nutzbar ist, sondern um die nächsten Jahre, bis die Arbeiten am Laimer Bahnhof abgeschlossen sind. Seine Forderung: Der sichere Fuß-, Rad- und Schulweg neben der Baustraße soll wieder hergestellt werden. Doch dort kommen seinen Informationen zufolge wieder Zauneidechsen ins Spiel. „Es ist bitter, dass man wegen der Naturschutzfläche nicht mehr Platz bekommt“, kritisiert er. Die Bahn musste laut Mader einen sechs Kilometer langen Reptilienschutzzaun anlegen, um die Tiere vom Baustellenbereich fernzuhalten.

Auch die Nachbarn sind über die Bauarbeiten am Laimer Bahnhof nicht erfreut. 

Ursula Löschau

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