Öffentlicher Nahverkehr

Bund Naturschutz kritisiert Pläne zur Verlängerung der U5 nach Pasing

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Diese Bäume an der Gotthardstraße müssen im Zuge der Verlängerung der U5 nach Pasing weichen.

Bund Naturschutz missfällt, dass an der Gotthardstraße mehr als 700 Bäume weichen müssen. Stadt München kann Kritik nicht nachvollziehen

Der Bund Naturschutz (BN) lehnte die Planungen zur Verlängerung der U5 nach Pasing ab. Der Grund: Die Stadt will im Zuge der Bauarbeiten in der Gotthardstraße mehr als 700 Bäume fällen. Die Naturschützer stellen das Projekt nicht grundsätzlich infrage: „Der Bund Naturschutz setzt sich immer für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ein. Doch eine Planung, die dem Erhalt von wichtigen Bäumen so wenig Beachtung schenkt, muss man einfach ablehnen“, so der Vorsitzende Christian Hierneis. 

Teilweise offene Bauweise zur Verlängerung der U5 nach Pasing

Er wirft der Stadt vor, dass die meisten Bäume nicht wegen der U-Bahn weg müssten, sondern um den Autoverkehr in der Gotthardstraße während der Bauzeit aufrechtzuerhalten. Die Stadt plant den ersten Abschnitt der U5 entlang der Gotthardstraße wegen der Bodenbeschaffenheit und der geringen Tiefe der Röhre in offener Bauweise zu errichten (Hallo berichtete). Für den Autoverkehr soll es während der Bauzeit in jede Fahrtrichtung eine Spur geben. 

Genau ärgert Hierneis: „Es ist ein Unding, nun ausgerechnet Bäume fällen zu wollen, nur damit der Autoverkehr bloß nicht beeinträchtigt wird.“ Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens hat der Bund Naturschutz daher eine kritische Stellungnahme abgegeben: „Es ist offensichtlich, dass bisher niemand die Planung im Hinblick auf die Erhaltung der Bäume betrachtet hat. Hier muss die Stadt massiv nachbessern.“ 

Stadt hält Vorgehen für alternativlos

Das Baureferat sieht dies anders: „Die Vorgehensweise ist alternativlos“, teilte Sprecherin Dagmar Rümenapf mit. Die Gotthardstraße müsse in ihrer gesamten Breite aufgegraben werden, um den Tunnel und die Kanäle herzustellen. Das Baureferat bedauert, dass die Bäume gefällt werden müssen, will aber Ersatz pflanzen.

Andreas Schwarzbauer

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