Barrierefreiheit für Bahnhof Westkreuz

Bürger fordern Rolltreppe

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Weil alte Leute und Mütter mit Kinderwagen sich am Westeingang des Bahnhofs Westkreuz mit den Treppen schwer tun, fordert die örtliche Interessenvereinigung eine Rolltreppe.

Mühsam quält sich eine ältere Dame die steilen Treppen am Bahnhof Westkreuz hinab. „Wir bekommen ständig Beschwerden deswegen“, sagt Johann Slezak,Vorsitzender der Interessenvereinigung Westkreuz. „Deshalb haben wir in der Bürgerversammlung den Antrag gestellt, dort Rolltreppen zu bauen.“ Der Vorschlag wurde mehrheitlich angenommen. Warum die Bahn dennoch abblockt

Johann Slezak steht mit einem Zollstock am Treppenaufgang des Westeingangs am S-Bahnhof Westkreuz. „Sehen sie“, sagt der Vorsitzende der örtlichen Interessenvereinigung. „Einen Meter ist eine Rolltreppe breit. Die hätte hier und am anderen Aufgang locker Platz.“ Mehrfach hätten sich Anwohner wegen des mühsamen Auf und Abs bei ihm beschwert. Aus diesem Grund sahen er und seine Gruppe sich jetzt zum Handeln gezwungen.

„Wir haben einen Antrag für einen solchen Umbau in der Bürgerversammlung gestellt. Er wurde auch mehrheitlich angenommen“, erklärt Slezak. „Für ältere Menschen, Behinderte und Frauen mit Kinderwagen ist die Situation nicht zumutbar.“ Am östlichen Eingang des Bahnhofs gebe es zwar einen Aufzug, doch der Weg vom Westen mit seinen Ladenzeilen, Wohnhäusern und dem Hotel Forum sei dorthin zu weit. „Die Leute müssen erst zur Aubinger Straße runter, dort zur Querungsinsel laufen, die Straße überqueren und dann zum Aufzug laufen“, erläutert Slezak (siehe kleines Foto rosa Linie). „Das ist zu weit.“

Die Deutsche Bahn lehnt allerdings einen Umbau ab. „Wir bauen keine Fahrtreppe. Der Bahnhof ist durch den Aufzug sowieso schon barrierefrei und Rollstuhlfahrer dürfen keine Rolltreppen benutzen“, sagt ein Sprecher des Unternehmens. „Außerdem ist es bei uns unüblich, dass in den Bahnhöfen in unserem Außenbereich Rolltreppen installiert sind – außer es gibt eine U-Bahn-Verbindung.“ Die Bahn habe dafür kein Geld. „Die Stadt könnte darüber entscheiden und einen solchen Umbau finanzieren“, ergänzt der Bahn-Sprecher.

Slezak sieht das ähnlich: „Es ist auch im Sinne der Stadtteilentwicklung der Aktiven Zentren Westkreuz-Neuaubing, dass dort etwas passiert.“ Stadtteilmanager Daniel Genée verspricht, mit der Bahn zu sprechen. „Allerdings ist das deren Grund. Die müssten das finanzieren.“

Marie-Anne Hollenz

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