Der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg lädt Bürger zum ersten World Café ein.

Speed-Dating fürs Viertel

Das Konzept wurde unter anderem schon bei sozialen Einrichtungen wie Regsam (Foto) angewendet: Pro Tisch wird ein Problem diskutiert. Jeweils vier Personen sammeln Ideen dazu. Dann wechseln drei zum nächsten Tisch und zu anderen Fragen.

98 000 Menschen leben in Neuhausen-Nymphenburg – doch nur ein Bruchteil redet mit, wenn es um ihr Viertel geht. Das soll sich jetzt ändern – mit Speed-Dating! World Café nennt sich das Modell (Foto), das am 22. Oktober im Stadtteil startet. Wie das mit dem Speed-Dating funktionieren soll, lesen Sie hier.

Zu einer Art Speed-Dating für den Stadtteil lädt der Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg am Samstag, 22. Oktober, ein. Die Viertelpolitiker gehen neue Wege, um Einwohner anzusprechen und zur Mitarbeit einzuladen, die sie bisher nicht erreicht haben. Das sind vor allem Menschen mit Migrationshintergrund (siehe Info unten) und Neubürger. „Wir wollen auch deren Anliegen kennenlernen. Bisher können wir nur spekulieren“, sagt Maike Brandmayer, Vorsitzende des Unterausschusses Soziales und Integration.

Dazu greift der BA zu einer neuen Veranstaltungsform: einem sogenannten World Café (www.worldcafe.eu/gerne9). In den nächsten Tagen sollen rund 400 Briefe an potentielle Teilnehmer dieses Mitspracheprojekts verschickt werden. Das Ziel: 200 Personen, die sich am 22. Oktober von 13 bis 18 Uhr damit beschäftigen, wie der Stadtbezirk und das Miteinander im Viertel für sie und andere besser werden kann.

Dazu bereitet eine Gruppe von BA-Mitgliedern mit dem Münchner Verein World Café Europe diverse Aufgabenstellungen vor. An 50 Tischen sollen die Teilnehmer in wechselnden Vierer-Gruppen über verschiedene Fragen diskutieren. Die Ergebnisse werden vom Verein dokumentiert und ausgewertet. Der hat diese Form der „kollektiven Weisheit“, so Patricia Munro, schon bei verschiedenen Einrichtungen erprobt. Für einen Stadtbezirk ist es jedoch etwas Neues.

„Es wäre ein Riesenerfolg, wenn sich dort eine Gruppe bilden würde, die ein konkretes Projekt in die Hand nimmt“, sagt Brandmayer. Vor allem aber erhofft sie sich einen Dialog mit neuen Gesprächspartnern aus dem Stadtbezirk. „Wir erreichen bei BA-Sitzungen und Bürgerversammlungen immer wieder dieselben Leute“, sagt sie. „Doch wir wollen besser werden.“ Daher lauten ihre Ziele: „Gemeinsam Ideen für eine bessere Einbindung entwickeln, das Interesse an der Mitarbeit im Stadtteil wecken, die Institutionen besser vernetzen und die Vielfalt des Stadtbezirks aufzeigen.“

Das World Café findet unter dem Titel „Wir in Neuhausen-Nymphenburg“ in der Turnhalle des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums an der Nibelungenstraße 51 a statt. Anmeldung ist erforderlich bis Montag, 10. Oktober, per e-Mail unter gerne9@ba09.de. ul

Bürgerzahlen

In Neuhausen und Nymphenburg lebten 2015 laut Statischem Jahrbuch der Stadt 97 521 Menschen. 23 309 (23,9 Prozent) davon sind Ausländer und 13 118 (13,5 Prozent) Deutsche mit Migrationshintergrund. Das ergibt einen Migrations-Anteil von 37,4 Prozent. Der stadtweite Prozentsatz lag zur selben Zeit bei 41. Unter den Ausländern im Stadtbezirk sind folgende Nationalitäten am stärksten vertreten: Kroatien, Türkei, Italien, Österreich, Bosnien-Herzegowina, Griechenland und Polen.

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