Erinnerungsort an der Ehrenbürgstraße in Neuaubing

Bezirksausschuss bei ehemaligen Zwangsarbeiterlager außen vor? 

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In der Baracke 5 soll ein Museum entstehen. Außerdem erarbeitet das NS-Dokuzentrum gerade ein Konzept, um das Zwangsarbeiterlager wieder erlebbar und sichtbar zu machen. 

Gremium fühlt sich schlecht informiert - Das Kulturreferat sieht kein Problemn

Dasehemalige Zwangsarbeiterlager an der Ehrenbürgstraße in Neuaubing sorgt erneut für Ärger. Die Stadt will dort einen Erinnerungsort schaffen und lässt das NS-Dokuzentrum ein Konzept dafür erarbeiten (Pläne des Dokuzentrums und Geschichte des Zwangsarbeiterlagers finden Sie hier). Der Aubinger Bezirksausschuss bemängelt nun, dass er dabei nicht ausreichend miteinbezogen wird. 

Brigitta Bacak (SPD) ist empört: "Es ist kein Zustand, dass wir über dieses Thema nicht mehr informiert werden. Was ist das für ein Demokratieverständnis." Sie moniert, dass  das Kulturreferat mehrfach einen runden Tisch mit allen Beteiligten versprochen habe, aber bisher sei nichts geschehen. 

Zu später Termin für runden Tisch

Nun teilte die zuständige Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mit, dass es Ende des Jahres ein Treffen geben werde - allerdings erst, nachdem der Stadtrat über das Nutzungskonzept entschieden hat. "Das ist doch widersprüchlich", ärgert sich Bacak. Denn zu diesem Zeitpunkt ist die Entscheidung bereits gefallen. 

Für Empörung sorgte im Gremium außerdem, dass es Anfang Juli einen Vorort-Termin ohne Vertreter des Bezirksausschusses gegeben hat. "Ich habe keine Einladung bekommen", sagt der BA-Vorsitzende Sebastian Kriesel (CSU). Vor Ort waren nur Vertreter der Stadt, des NS-Dokuzentrums und einige der Künstler, die die ehemaligen Baracken auf dem Gelände heute als Ateliers und Werkstätten nutzen. 

Jennifer Becker, Pressesprecherin des Kulturreferats, erklärt: "Wir binden den Bezirksausschuss natürlich im Rahmen unserer Unterrichtungspflicht ein. Aber das Treffen war erstmal nur ein Arbeitsgespräch mit den direkt Beteiligten. Es ist üblich, dass das ohne Beteiligung des BA stattfindet." Man werde aber die Verantwortlichen des Dokuzentrums darauf hinweisen, dass die Stadtteilpolitiker besser informiert werden wollen.

Künstler fühlen sich inzwischen eingebunden

Immerhin die Künstler, die auf dem Gelände ansässig sind, fühlen sich inzwischen gut beteiligt: "Die Zusammenarbeit mit dem Dokuzentrum ist prima", sagte  Theodor Rothkegel, der Vorsitzende des Vereins „Freie Ateliers und Werkstätten Ehrenbürgstraße“ (Fauwe), den die Kreativen 2007 gründeten. Er freut sich auf den Erinnerungsort und ist zuversichtlich, dass Künstler und Museum gegenseitig voneinander profitieren werden. 

Dennoch befürwortet er auch einen runden Tisch vor dem Stadtratsbeschluss, um eventuelle Fragen vorher auszuräumen. 

Der Bezirksausschuss stellte nochmals klar: "Wir stehen hinter dem Projekt, aber wir fordern einen vor der abschließenden Ausarbeitung des Nutzungskonzeptes sowie der folgenden Stadtratsentscheidung die Einberufung eines runden Tisches." 

Andreas Schwarzbauer

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