Roland Ahl (51) ist mit dem BRK im Einsatz

Aubings Retter auf der Wiesn

Wenn's mal schmerzt,werden die Patienten von den Rettungssanitätern des Bayerischen Roten Kreuzes auf dem Oktoberfest versorgt. Roland Ahl (Foto li.) Bereitschaftsleiter der Aubinger Sektion ist seit 35 Jahren dabei. Was er erlebte und wie sich das Fest verändert hat, lesen Sie hier.

Erinnern kann Roland Ahl sich an den 16-Jährigen, als sei es gestern gewesen. „Der war so betrunken, dass er sich erstmal auf unserer Sanitätsstation ausschlafen musste. Sein Vater nahm ihn dann später in Empfang“, erinnert sich der 51-jährige Aubinger. „Das Jahr darauf war er dann wieder auf dem Oktoberfest – und hat einen Tag bei uns die Kotzeimer geleert. Die Aktion fand ich richtig gut.“

Roland Ahl ist Rettungssanitäter, seit 2003 Leiter der Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes in Aubing und seit 1981 jedes Jahr auf der Wiesn im Einsatz. Die Aubinger haben dort immer am letzten Oktoberfest-Samstag Dienst und stellen die Hälfte aller 100 Helfer. „Ich habe noch nie gefehlt. Urlaub macht man davor“, sagt er.

Seit seiner Anfangszeit hat sich einiges geändert. „Früher war unsere Sanitätsstation eher hemdsärmelig“, stellt der 51-Jährige fest. „Jetzt ist alles mit unserem neuen Service-Zentrum besser ausgestattet.“ Aber auch die Patienten verschlägt es aus anderen Gründen auf die Station. „Vor 15 bis 20 Jahren hatten wir vor allem Betrunkene, die ihren Rausch ausgeschlafen haben. Die Leute waren so blau, dass Feierabend war“, erklärt Ahl. „Heute ist das Bier teurer. Die Menschen sind nur angetrunken und verletzen sich dadurch mehr. Wir behandeln viele wegen Schnitt- und Platzwunden.“

Schlägereien gebe es weniger. „Da erinnert man sich schon an Fälle, wie den jungen Amerikaner. Der hat einen Maßkrug an den Kopf bekommen und ist vier Tage später gestorben“, sagt der Aubinger. „Solche Fälle lasse ich nicht so nah an mich ran und rede mit meinen Kollegen und meiner Frau darüber.“ Der 18-Stunden-Dienst mache dennoch Spaß. „Es ist anstrengend, aber der Teamgeist ist einmalig.“                    

                                         Marie-Anne Hollenz

Weniger Einsätze

Deutlich weniger zu tun hatten die BRK-Helfer am ersten Wiesn-Wochenende. Die rund 280 Einsatzkräfte sind zu rund 190 (Vorjahr 337) Einsätzen auf dem Festgelände mit ihren gelben Fahrtragen ausgerückt. Dies entspricht einem Rückgang von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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