Allacher besorgt: Was bedeutet ein neuer Tunnel fürs Viertel?

A99-Ausbau: Pläne für die Staufalle

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Im Berufsverkehr eine ewige Staufalle: die A99 vom Allacher Tunnel bis zur Anschlussstelle Ludwigsfeld.

„Flaschenhals“, so nennen die Planer bei der Autobahndirektion Südbayern die Staufalle Allacher Tunnel inklusive Autobahn A99 bis zur Anschlussstelle Feldmoching. Und die soll durch einen achtstreifigen Ausbau und einen zweiten Tunnel entschärft werden.

Stau auf der A99 im Allacher Tunnel und bis zur Anschlussstelle Ludwigsfeld: Dieses Problem kennt jeder, der öfter dort unterwegs ist, ganz besonders im Berufsverkehr. Abhilfe soll eine zusätzliche Röhre südlich des bestehenden Tunnels und der achtstreifige Ausbau der A99 bis zum Anschluss Feldmoching schaffen. So steht es im Bundesverkehrswegeplan 2030, der voraussichtlich im Dezember im Bundestag beschlossen werden soll. Allacher Bürger sind jetzt schon besorgt um den Baumbestand, das Grundwasser und den Erhalt ihrer Häuser im Bereich einer künftigen Tunnelbaustelle. Das haben sie in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Allach-Untermenzing deutlich gemacht. Die Bürger fordern Informationen und Mitsprachemöglichkeiten.

Viertelchefin Heike Kainz (CSU, Foto) kann die Verunsicherung verstehen. „Das ist ein sehr wichtiges und großes Thema. Wir werden uns kundig machen und uns intensiv damit beschäftigen, sobald wir mehr wissen“, sagt sie. „Das Ziel muss auf jeden Fall sein, negative Folgen für Mensch, Natur und Bestandsgebäude zu vermeiden“, so die BA-Vorsitzende und Stadträtin. Sie bringt in diesem Zusammenhang den umstrittenen Südring der A99 wieder ins Gespräch: „Eine Boomtown wie München, die so schnell wächst, braucht auf jeden Fall einen geschlossenen Autobahnring. Da hilft ein Ausbau im Nordwesten allein langfristig nicht weiter.“ Zunächst aber will sie von der Autobahndirektion Südbayern Informationen zu den aktuellen Planungen.

Der achtstreifige Ausbau der A99 zwischen den Autobahndreiecken Allach und Feldmoching wurde im neuen Bundesverkehrswegeplan in die Kategorie „Vordinglicher Bedarf – Engpassbeseitigung“ eingestuft. „Bis auf eine Machbarkeitsstudie existieren aber noch keine Planungen“, sagt Gilbert Peiker, Abteilungsleiter Planung und Bau bei der Autobahndirektion Südbayern auf Hallo-Anfrage. Er erklärt: „Ob und gegebenenfalls in welchem Umfang Wohnbebauung von dieser Maßnahme betroffen wäre, kann aufgrund des frühen Planungsstadiums noch nicht abschließend abgeschätzt werden.“ Laut Studie soll die neue Tunnelröhre mit vier Fahr- und einem Standstreifen der Verkehr von Stuttgart und Lindau in Richtung Salzburg aufnehmen. Alle Fahrzeuge aus der Gegenrichtung sollen durch den bestehenden Tunnel geführt werden.

Erste Kostenschätzungen liegen bei 340 Millionen Euro. „Aufgrund der großen Komplexität dieses Projekts“ rechnet Peiker frühestens in zehn bis 15 Jahren mit einer Realisierung. „Als Zwischenlösung wird von der Autobahndirektion Südbayern daher aktuell untersucht, ob zwischen den Autobahndreiecken Allach und Feldmoching eine temporäre Standstreifennutzung eingerichtet werden kann“, erklärt der Abteilungsleiter. Auch diese Maßnahme erfordere umfangreiche Prüfungen und bauliche Maßnahmen. Vor 2018/19 könne nicht gestartet werden. Die Umsetzung dauere ein bis zwei Jahre.

Bis dahin werden zu Spitzenzeiten weiterhin rund 140 000 Fahrzeuge täglich den Allacher Tunnel und die Anschlussstelle Ludwigsfeld passieren. „Ein Flaschenhals, an dem es immer wieder Stau geben wird“, sagt Gilbert Peiker. ul

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