Aubinger beklagen fehlenden Aufzug an ihrem S-Bahnhof

Aubinger kommen nicht zum Zug

+
Wünschen sich statt der Treppen einen Fahrstuhl: Julia Wehr (von links), Esther Adjayi und Mirela Soriano.

Der S-Bahnhof Aubing ist für viele Leute unzugänglich – er hat nämlich keinen Aufzug. Darunter leiden Menschen, die geh­behindert sind oder schweres Gepäck und einen Kinderwagen dabei haben. Wie der zuständige BA sich für sie einsetzt, was die Bahn dazu sagt, lesen Sie hier.

Es sind 55 Stufen, die die Aubinger in zwei Gruppen teilen: eine, die trotz Treppen zum S-Bahnhof kommt, und eine, die es wegen des Aufs und Abs eben nicht schafft. Denn einen Aufzug gibt’s da nicht. 

Das ärgert Aubinger wie Julia Wehr, eine Mutter von kleinen Zwillingen. Sie klagt: „Wenn ich mit den Buben im Kinderwagen unterwegs bin, muss ich entweder zu einer anderen S-Bahn-Station laufen oder den Bus nehmen – was wegen des Platzmangels oft schwierig ist – oder mit dem Auto fahren, was wegen der Anschnallerei der Kinder und der Parkplatzsuche keinen Spaß macht.“ Wehr meint: „Ein Fahrstuhl am S-Bahnhof würde uns das Leben echt erleichtern.“

Das finden auch Esther Adjayi und Mirela Soriano, die regelmäßig die S-Bahn nutzen. „Heute habe ich einen schweren Koffer dabei“, sagt Soriano. „Weil es keinen Lift gibt, brauche ich jemanden, der mir beim Tragen hilft.“

Sebastian Kriesel, der zuständige Chef des Bezirks­ausschusses (BA) Aubing-Lochhausen-Langwied, kennt die Probleme: „Der BA kämpft seit Jahrzehnten darum, dass der Bahnhof barrierefrei wird“, sagt der CSU-Mann. „Auch der Bahnhof selbst ist in einem schlechten Zustand: Es bröckelt von den Stufen, das Dach ist undicht.“ Die Bahn zögere Sanierungen wegen eines geplanten Gleis-Ausbaus immer wieder hinaus. Kriesel fordert: „Sie muss den Protest jetzt aber endlich ernst und den Umbau in Angriff nehmen, gerade auch mit Blick auf das neue Wohngebiet Freiham.“

Von der Bahn heißt es, Maßnahmen am Aubinger S-Bahnhof seien in der Tat lang zurückgestellt worden, um sie zusammen mit dem mehrgleisigen Ausbau der S4 durchzuführen. „Doch mittlerweile“, sagt ein Bahn-Sprecher, „hat der Freistaat entschieden, den Streckenabschnitt Pasing–Eichenau dreigleisig auszubauen. Im Zuge dessen erhält die Station Aubing nicht nur einen neuen Bahnsteig, sondern wird auch barrierefrei ausgebaut. Zurzeit laufen dazu die Vorplanungen.“ Die Modernisierung der Station sei also angeschoben, der Zeitpunkt der Realisierung aber noch nicht absehbar.

Julia Wehrs Zwillinge jedenfalls werden wohl schon Treppen steigen können, bis es mal so weit ist. Christopher Beschnitt

Auch interessant:

Meistgelesen

Kommentare