Experte soll Vereine retten

Für die Zukunft des Gemeinschaftslebens: Arge Aubing lädt zum Infoabend ein

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Der Aubinger Burschenverein kann sich nicht über zu wenige Mitglieder beschweren. Wenn alle anpacken, ist das Aufstellen des Maibaums kein Problem.

Aubing - Harte Zeiten für die Vereine: Trotz einiger Hürden geeignete Vorstände zu finden gestaltet sich schwierig - Ein Experte soll das jetzt ändern

Die Interessenvereinigung Westkreuz sucht noch händeringend einen neuen Vorstand, der Kulturverein Westkreuz hat bereits aufgegeben, weil sich keine Nachfolger für die Amts­inhaber fanden. Auch im Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied zeigt sich, dass Vereine immer stärker um Ehrenamtliche kämpfen müssen (Hallo berichtete). Deshalb organisiert die Arbeitsgemeinschaft (Arge) der Aubinger und Neuaubinger Vereine einen Info-Abend zum Thema „Vorstände verzweifelt gesucht“. Arge-Vorsitzender Johann Sauerer betont zwar: „Wir sind in der glücklichen Lage, dass bei uns das Vereinsleben eigentlich noch sehr gut funktioniert. Das Westkreuz ist unser einziger Problempunkt.“ Dennoch sieht Sauerer Handlungsbedarf: „Wir wollen auf den demografischen Wandel vorbereitet sein.“ 

Außerdem werde das Vorstandsamt immer anspruchsvoller. Beispielsweise komme durch die neue Datenschutzrichtlinie wesentlich mehr Aufwand auf die Vereinsverantwortlichen zu. Diese zusätzlichen Belastungen könnten künftig Ehrenamtliche abschrecken, sich zu engagieren, befürchtet Sauerer. Deshalb soll Peter Hölzer Möglichkeiten und Chancen zeigen, wie sich die Vereine in Zukunft aufstellen können, um die Belastungen für den Einzelnen zu reduzieren. 

Peter Hölzer soll Möglichkeiten und Chancen zeigen, wie sich die Vereine in Zukunft aufstellen können, um die Belastungen für den Einzelnen zu reduzieren.

Hölzer ist Freiwilligenmanager der Stadt Ebersberg und hat schon mehrere Bücher zum Thema Ehrenamt geschrieben. Er betont, dass die Bereitschaft sich in Vereinen zu engagieren, in den vergangenen Jahren gestiegen sei. „Immer mehr wollen aktiv sein, der Verein ist immer noch attraktiv. Aber das Ehrenamt hat sich gewandelt: Die Menschen haben unter dem Strich weniger Zeit als früher.“ Gleichzeitig werde die Vorstandsarbeit immer komplexer. Hölzer schlägt daher vor, Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. „Außerdem soll jeder Verein jemanden benennen, der für das Thema Engagement zuständig ist“, sagt Hölzer. Er soll dafür sorgen, dass sich die vorhandenen Ehrenamtlichen wohlfühlen und neue Freiwillige werben. A. Schwarzbauer

Welche Vorschläge Hölzer noch hat, erfahren die Vereinsvertreter am Donnerstag, 17. Mai, ab 19 Uhr im Bürgersaal am Westkreuz, Friedrichshafener Straße 17. Dort wird auch Tatiana Hähnert vom Kulturreferat einen Überblick über die Angebote der Stadt geben.

Vorstandssuche am Westkreuz

Die Interessenvereinigung Westkreuz wird derzeit von einem Moderator der Stadt bei der Vorstandssuche unterstützt (Hallo berichtete). Bisher hätten sich zwar einige Bewerber gemeldet, aber nicht für alle Positionen, so der bisherige Vorsitzende Johann Slezak. Er hofft, dass sich bei der Stadtteilwoche noch Freiwillige melden.

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