Aubinger Förderverein fordert Ensembleschutz für Häuser an Limesstraße

Werden diese Eisenbahner-Wohnungen zum Denkmal?

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Die Eisenbahner-Wohnungen entlang der Limesstraße will Klaus Bichlmayer unter Denkmalschutz stellen.

Aubing – Vor rund 100 Jahren entstanden im Viertel 163 Eisenbahner-Wohnungen im Zuge der Industrialisierung. Reicht das, um die Gebäude zu schützen? – Die Baugenossenschaft hat Bedenken

Die Wohnungen der Eisenbahner-Genossenschaft entlang der Limesstraße sollen unter Ensembleschutz gestellt werden. Das fordert der Förderverein „1000 Jahre Urkunde Aubing“. Die Wohnanlage habe „ortsgeschichtliche Bedeutung“, so der Verein. „Sie setzt in einer anderen Bauform den Ort Aubing fort“, sagt der Vorsitzende Klaus Bichlmayer.

Vor rund 100 Jahren entstanden die 163 Eisenbahner-Wohnungen im Zuge der Industrialisierung. Sie seien die „charakteristische Siedlungsweise des Industriezeitalters“ und „Zeugnis der damaligen Architektur und Vorstellungen zum gemeinschaftlichen Bauen und Wohnen“. Deshalb will der Förderverein die Gebäude zwischen Plankenfelser und Wiesentfelser Straße erhalten. Zusätzlich soll das Schnitzel- und Hendlhaus als Einzeldenkmal ausgewiesen werden. Als Aubinger Bierstüberl sei es der erste Treffpunkt für die Neuaubinger gewesen.

Insbesondere weil sich die Limesstraße zuletzt stark verändert hat, sieht Bichlmayer jetzt Handlungsbedarf. „Es wurden einige fürchterliche Neubauten hochgezogen. Es ist Zeit, dass ein Teil der Straße erhalten bleibt“, sagt Bichlmayer – zumal es Gerüchte gebe, dass ein Häuschen aus dem Ensemble abgerissen werden soll.

Die Eisenbahner-Baugenossenschaft München (ebm), der die Gebäude gehören, ist über den Vorstoß nicht glücklich: „Unser Interesse ist es nicht, denn das bereitet uns Probleme, wenn wir modernisieren wollen“, sagt Geschäftsführer Klaus Schaffarczik. Er betont zwar, dass die Genossenschaft die Anlage generell erhalten will, aber durch den Denkmalschutz wäre man durch zahlreiche Auflagen eingeschränkt.

Grundsätzlich wäre es wohl möglich, die Häuser unter Ensembleschutz zu stellen. Die Sprecherin des Landesamts für Denkmalpflege, Alexandra Beck, teilt mit: Die Häuser müssten „aus einer vergangenen Zeit stammen, also etwa eine Generation Abstand zu heute haben, oder einem nicht mehr existierenden Baustil zuzuschreiben sein“. In Nürnberg beispielsweise stünden die ab 1902 errichtete Arbeitersiedlung Rangierbahnhof unter Ensembleschutz.

Andreas Schwarzbauer

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