Anwohnerin geehrt

Voller Einsatz für Westkreuzer Senioren

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Ines Lubowsky wird für ihr Engagement für ein älteres Ehepaar und in der Seniorenarbeit geehrt

Westkreuz - Ein in Not geratenes Ehepaar und eine helfende Hand: Bürgermeister Josef Schmid zeichnete nun Ines Lubowsky für ihre Nächstenliebe aus

Ein älteres Ehepaar benötigte dringend Unterstützung. Also entschied die Westkreuzerin Ines Lubowsky zu helfen. Mehr als zehn Jahre kümmerte sie sich um Leopoldine und Martin Hasska, die sie eigentlich nur flüchtig aus der Nachbarschaft kannte. Für ihr Engagement wurde die 68-Jährige nun mit dem Westkreuzer, einer Auszeichnung für besonderen ehrenamtlichen Einsatz, geehrt. Auch Bürgermeister Josef Schmid (CSU) gratulierte ihr.

 Über ihren Bekanntenkreis erfuhr Lubowsky von der Not des Ehepaares. Die beiden hatten keine Kinder und schafften es nicht mehr sich selbst zu versorgen. Anfangs übernahm Lubowsky alltägliche Aufgaben, wie Einkaufen, Fahrdienste und Aufräumen, oder leistete den beiden Gesellschaft, damit sie nicht so alleine waren. Als sie nicht mehr zu Hause bleiben konnten, suchte sie einen Platz im Altenheim und kümmerte sich um den Verkauf der Eigentumswohnung. „Die Wohnung aufzulösen, war schwer für mich, aber nur so konnten sie die Kosten für das Heim aufbringen“, sagt sie. Die beiden Senioren übertrugen ihr sämtliche Vollmachten. Lubowsky sagt: „Sie haben mich als Tochter gesehen und mich voll ins Vertrauen gezogen.“

Schließlich erkrankten beide schwer. Sie besuchte Martin und Leopoldine Hasska regelmäßig, sprach mit den Ärzten und setzte sich für ihre Belange ein. Unter anderem organisierte sie für Martin ein Atemgerät, damit er die Zeit gemeinsam mit seiner Frau in seiner gewohnten Umgebung verbringen konnte. Johann Slezak sagt: „Sie war bis zum Schluss an ihrer Seite.“ Für Lubowsky war dieses Engagement selbstverständlich: „Wenn ich etwas mache, mache ich es mit vollem Einsatz.“ Leicht sei es nicht immer gewesen. „Es war eine Herausforderung, aber ich habe es sehr gerne gemacht.“

Doch nicht nur für das Ehepaar setzte sich Lubowsky ein. Seit 2010 leitet sie außerdem ehrenamtlich die Seniorennachmittage der Pfarrei St. Lukas. Sie organisiert Ausflüge und Feiern, lädt Referenten für Vorträge ein oder liest den Besuchern vor. „Sie sieht es als ihre Aufgabe an, ihren Senioren ein positives Lebensgefühl und Stolz auf ihre Lebensleistung zu geben“, lobt Peter Schindler von der Kirchenverwaltung. „Das Westkreuz wäre erheblich ärmer ohne sie“, ergänzt Slezak. Und auch ihre Familie kommt nicht zu kurz. Lubwosky hat mit ihrem Mann Wolfgang zwei Töchter, vier Enkel und zwei Urenkel.

Ausgleich findet sie beim Theaterspielen. Seit vielen Jahren ist die quirlige 68-Jährige bei der Neuaubinger Volksbühne. „Sie fing mit kleinen Rollen an und heute ist sie unverzichtbar, ob in großen oder kleinen Rollen oder gar als Souffleuse“, sagt Schindler. Und so passe ihr Vorname hervorragend zu Lubowsky: „Auf Arabisch bedeutet er Freundschaft“, weiß Schindler – und Freunde hat Lubowsky viele am Westkreuz. A. Schwarzbauer

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