Kampf gegen den Schleichverkehr

Verkehrschaos im Pasinger Zentrum: Anwohner fordern eine Einbahnregelung

Monika Prestel ärgert sich über das Verkehrschaos auf der Bachbauern- und der Irmonherstraße.
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Monika Prestel ärgert sich über das Verkehrschaos auf der Bachbauern- und der Irmonherstraße.

Pasing - Hupkonzerte Beschimpfungen und Stau – Schuld ist der Schleichverkehr. Welche Lösungsvorschläge es gibt und was die Stadt dazu sagt hat Hallo herausgefunden

Jeden Tag ertönt während des Berufsverkehrs ein Hupkonzert. Autofahrer schreien sich gegenseitig an. „Die Geräuschkulisse ist einfach der Wahnsinn“, sagt Monika Prestel. Die Pasingerin wohnt nicht an einer großen Hauptverkehrsachse, sondern vielmehr an der schmalen Irmonherstraße im Zentrum Pasings. Und genau das ist das Problem: Dort und an der Bachbauernstraße parken auf beiden Seiten beinahe die komplette Straße entlang Autos, sodass nur noch eine Fahrspur frei ist.

Seit die Stadt die Nordumfahrung Pasing (NUP) gebaut hat, sei die Situation unerträglich geworden, so Prestel. Viele nutzten die schmalen Gassen als Abkürzung oder Umfahrung, wenn es sich auf der Nordumfahrung staut. „Meist kommen die Autos pulkweise aus allen Richtungen und irgendwann geht dann gar nichts mehr“, sagt Prestel. Die Stadt müsse handeln. „Wir ersticken im Verkehr und die Wohnqualität hat erheblich abgenommen.“ Sie schlägt vor, die Bachbauernstraße zur Einbahnstraße zu machen.

Das allerdings lehnt die Stadt ab, da dies „die ganze Erschließung im Gebiet verändern würde“, wie Johannes Mayer, Sprecher des Kreisverwaltungsreferats mitteilt. Stattdessen will die Stadt durch Halteverbote Ausweichstellen schaffen. Ursprünglich sollten alle Parkplätze auf der Südseite der Irmonherstraße wegfallen.

Hupkonzerte Beschimpfungen und Stau gehören mittlerweile zum Alltag an der schmalen Irmonherstraße und der Bachbauernstraße.

Der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing hält davon nichts: „Wir sind im Pasinger Zentrum bestrebt, so viele kostenlose Parkplätze wie möglich aufrechtzuerhalten, aber dennoch den Verkehrsfluss so zu gewährleisten, dass es zu keinen Störungen kommt“, sagt Sven Wackermann, Vorsitzendes des Unterausschusses Planung. Daher schlägt das Stadtteilgremium vor, nur die Parkplätze vom Manzinger Weg bis zur Einfahrt in die Tiefgarage zu streichen. Der Bezirksausschuss wünscht sich stattdessen, dass Spiegel-, Bachbauern-, Kaflerstraße und Am Schützeneck nicht länger als Durchgangsstraßen, sondern als verkehrsberuhigte Bereiche mit Tempo 20 ausgewiesen werden. Dadurch würde der Durchgangs- und Schleichverkehr abnehmen, hoffen die Stadtteilpolitiker. Auch das lehnt das Kreisverwaltungsreferat ab, da die Straßen kein Unfallschwerpunkt seien.

Um den Schleichverkehr zu reduzieren, will es stattdessen die südliche von der nördlichen Bachbauernstraße baulich abtrennen. Auf Höhe des Georg-Wachinger-Wegs will die Stadt daher eine Wendeanlage bauen.

Dagegen wiederum regt sich Widerstand im Bezirksausschuss. Wackermann sagt: „Insbesondere zu der Tiefgarage des heutigen Hotels „Zur Post“ beziehungsweise der späteren Wohnbebauung ist ein reger Verkehr zu verzeichnen. Dieser Verkehr müsste sich dann durch das gesamte Pasinger Zentrum schlängeln.“ Eine einfache Lösung scheint es nicht zu geben. 

Andreas Schwarzbauer

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