Mooswand gegen den Feinstaub

Verdistraße: Grüne Wand soll das Feinstaubproblem lösen

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Eine Mooswand soll die Feinstaubbelastung an der Verdistraße verringern.

Obermenzing: Vor wenigen Wochen zeigten Messungen, dass die Feinstaub-Belastung entlang der Verdistraße ständig über den Grenzwerten liegt. Nun will der BA Pasing-Obermenzing am S-Bahnhof testen, ob man mit einer Mooswand das Problem loswerden kann. 

Mooswände sollen gegen die hohe Feinstaubbelastung an der Verdistraße helfen. Das hofft der Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing. Durch den starken Verkehr liegen die Schadstoffwerte dort weit über den gesetzlichen Grenzen.

Bäume könnten zwar dagegen helfen, da sie viele schädliche und krebserregende Partikel aus der Luft filtern. „An der Verdistraße gibt es allerdings wenige Möglichkeiten Bäume zu setzen, weil die Gehwege so schmal sind“, sagt der Vorsitzende des Pasinger Bezirksausschusses, Romanus Scholz (Grüne). Deshalb haben sich Grüne, ÖDP und Freie Wähler eine andere Lösung überlegt: Die Stadt München soll auf Höhe der S-Bahnstation Obermenzing eine Mooswand aufstellen, fordern sie in einem Antrag, den der gesamte Bezirksausschuss gemeinsam billigte.

Das Berliner Start-up-Unternehmen „Green City Solutions“ hat eine solche Lösung entwickelt. Ihr sogenannter Stadtbaum („City Tree“) hat eine Standfläche von nur einem Quadratmeter Scholz sagt: „Wir gehen in die Höhe statt in die Breite.“ Die Wände sind rund vier Meter hoch.

Doch sie sind nicht nur platzsparend, sondern scheinen auch sehr effektiv zu sein. „Laubmoose haben durch ihre dicht gestellten Blättchen eine extrem große Oberfläche und halten den Feinstaub elektro-​statisch fest, binden ihn und wandeln ihn in Pflanzenmasse um“, erklären Grüne, ÖDP und Freie Wähler in ihrem Antrag. „Green City Solution“ schreibt: „Ein ‚City Tree verfügt über die Umweltleistung von bis zu 275 herkömmlich gepflanzten Bäumen – benötigt hierfür allerdings lediglich fünf Prozent der Kosten und 99 Prozent weniger Platz.

Mithilfe der Mooswände hofft der Bezirksausschuss daher, den Feinstaub an der Verdistraße um rund 75 Prozent verringern zu können.

Weitere Vorteile seien, dass die Moosmatten sehr widerstandsfähig seien, heißt es in dem Antrag. Ihre Praxistauglichkeit habe die Mooswand bereits in anderen Städten wie Berlin oder Paris gezeigt.

Der Bezirksausschuss hat die Stadtverwaltung nun aufgefordert, zu prüfen, wo man eine Mooswand aufstellen könnte und welche Pflanzen am besten dafür geeignet seien. andy

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