Arbeiterwohnheime in Pasing

Überbelegung in der Nachbarwohnung: Zu zehnt auf 80 Quadratmetern

Der 93-jährige Friedrich Flötzner (Mitte) klagt darüber, dass seine Nachbarwohnungen als Arbeiterwohnheime genutzt werden. Seine Tochter Regina Inselsperger und ihr Mann Robert sind ebenfalls verärgert.
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Der 93-jährige Friedrich Flötzner (Mitte) klagt darüber, dass seine Nachbarwohnungen als Arbeiterwohnheime genutzt werden. Seine Tochter Regina Inselsperger und ihr Mann Robert sind ebenfalls verärgert.

Pasing - Seit einigen Jahren muss sich Rentner Friedrich Flötzner das Haus mit einer Arbeiterwohnung teilen - jetzt möchte er die Zustände nicht mehr hinnehmen

Mit seinen 93 Jahren muss Friedrich Flötzner wieder regelmäßig die Treppe wischen, denn seine neuen Mitbewohner tragen viel Schmutz ins Haus hinein. Als sein Nachbar vor einigen Jahren ausgezogen ist, quartierte sein Vermieter, die Münchner Morten Group, zwölf Arbeiter in der Wohnung an der Varnhagenstraße in Pasing ein. Auch über Flötzner wohnten plötzlich zehn Personen. „Die Zustände sind unzumutbar“, sagt der Schwiegersohn des 93-Jährigen, Robert Inselsperger. Regelmäßig wechselten die Bewohner. Sie rauchten im Hausflur. Außerdem sei aufgrund der Menge an Leuten die Geräuschkulisse in den Wohnungen entsprechend. Hinzu komme, dass die Wohnungen nur ein einziges Bad mit Toilette hätten, dass sich nun zehn bis zwölf Personen teilen müssten. „Sie pinkeln teilweise vor das Haus“, sagt Flötzner.

Rund 50 Prozent höhere Wassergebühren - und der Rentner kann nichts dagegen tun

Die Betriebskosten für Kanalgebühren und Wasserversorgung haben sich für ihn um rund 50 Prozent erhöht, da in den einzelnen Wohnungen keine separaten Wasserzähler installiert sind. Für die Müllabfuhr muss der 93-Jährige im Vergleich zu 2014 inzwischen sogar das Doppelte zahlen. Den Arbeitern macht der 93-Jährige keinen Vorwurf. Flötzner sagt: „Sie sind arme Teufel.“ Sie verhielten sich immer hilfsbereit und freundlich. Aber die Wohnungen seien einfach nicht für so viele Menschen geeignet. Doch damit nicht genug: Der Eigentümer wolle sämtliche Mieter zum Auszug bewegen, um das gesamte Haus zum Arbeiterwohnheim zu machen, vermutet Inselsperger. So quillt seit Jahren die Dachrinne bei Regen über und das Wasser läuft in den Keller. Eine Reparatur lässt auf sich warten. Außerdem sollen Flötzner und seine Nachbarn für die Entrümpelung des Speichers zahlen, obwohl sie ihre Abteile leergeräumt hätten, so Inselsperger.

Sirtan Zaefferer, Sprecherin der Morton Group, kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen: „Das Haus und alle Wohnungen werden durch uns regelmäßig überprüft und instand gehalten. Zudem haben wir in den letzten Monaten alle unsere Reinigungsprozeduren optimiert, sodass die allgemeine Sauberkeit in dieser Immobilie spürbar verbessert werden konnte.“ Zudem halte man sich an alle rechtlichen Vorgaben. Lokalbaukommission und Sozialreferat fühlen sich für das Haus nicht zuständig, da es auf Bahngelände liegt. Allerdings gibt es in Bayern keine Regelung über die Mindestausstattung von Wohnheimen mit Toiletten. Dennoch könnte die Bahn Auflagen machen. Das Unternehmen wollte sich allerdings nicht dazu äußern. Andreas Schwarzbauer

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