Krisen- statt Stadtteilmanagement

Aus für den Stadtteilladen in Pasing?

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Pasing: Der Stadtteilladen an der Gleichmannstraße soll Anlaufstelle für Pasinger Bürger, Gruppen und Geschäftsleute sein, die ihr Viertel beleben und stärken wollen. Doch momentan stehen Ratsuchende die meiste Zeit vor verschlossenen Türen.

Bei den „Aktiven Zentren Pasing“ wird derzeit mehr Krisen- als Stadtteilmanagement betrieben. Der Stadtteilladen an der Gleichmannstraße 5a ist nur noch mittwochs für fünf Stunden geöffnet, telefonisch erreicht man nur eine Ansage. Die Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) kümmert sich um eine Notbesetzung, nachdem der bisherige Stadtteilmanager Joachim Vossen vor kurzem gegangen ist. Martin Klamt, Sprecher des Planungsreferats, sagt auf Hallo-Anfrage: „Der Vertrag mit der Stadt wurde auf seinen Wunsch beendet.“

Dabei sind Ansprechpartner vor Ort essentiell für die Arbeit des Stadtteilmanagements. Seit 2010 unterstützt es vor Ort Bürger, Geschäftsleute, Vereine und den Bezirksausschuss (BA) dabei, verschiedene Projekte zur Stärkung des Pasinger Zentrums zu entwickeln und zu realisieren. Ein wichtiger Aspekt dieser Arbeit ist die Vermittlung von Fördergeldern aus Landes- und Bundesprogrammen zur Städtebauförderung und Stadtsanierung.

Auch der Verein „Aktives Pasing“ nutzt diese Möglichkeit, hielt dort seine Sitzungen ab. Nun müsse man sich neu orientieren, da der Stadtteilladen nicht mehr genutzt werden könne, heißt es in einer aktuellen Einladung (siehe Info).

Dass der Laden vor dem Aus steht, verneint die Stadt allerdings. „Das Planungsreferat wird die MGS beauftragen, den Stadtteilladen so schnell wie möglich wieder zu besetzen“, so Klamt. „Es wird teilweise neue Gesichter geben, und bis dahin eine Übergangsphase“, sagt er. Auf laufende Projekte und Gruppen habe die momentane Situation keinen Einfluss. „Wer in den Förderprogrammen drin ist, bleibt es auch.“ ul

Verein Aktives Pasing vor dem Aus?

Der Verein Aktives Pasing steckt offenbar in einer Krise. In der Einladung zu einer aktuellen Mitgliederversammlung heißt es: „Nachdem die Beteiligung zu unserer ordentlichen Mitgliederversammlung im März 2017 sehr gering war und wir weder Neuwahlen noch Beschlüsse durchführen konnten, nehmen wir nochmals Anlauf, um entweder eine Neuwahl oder, falls diese wieder nicht zustande kommt, eine Auflösung des Vereins in die Wege zu leiten.“ Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Wahl der Vorsitzenden.

Details will der jetzige Vorsitzende, Jürgen Kirner, vorab nicht nennen. Es werde alles in der Sitzung besprochen. Der Verein hat 35 Mitglieder, vor allem Pasinger Einzelhändler, Handwerksbetriebe und Dienstleister. Zu den Projekten, die der Verein zusammen mit dem Stadtteilmanagement verwirklicht hat, gehören der Pasing-Samstag, ein Kalender und die umgestaltete Grünanlage am Manzingerweg.

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