Eine Sache noch offen

Stadtrat beschließt Actionsportzentrum an der Paul-Gerhardt-Allee

In der Eggenfabrik in Pasing können sich bald Skateboarder und BMX-Fahrer austoben. Dort entsteht ein Actionsportzentrum.
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In der Eggenfabrik in Pasing können sich bald Skateboarder und BMX-Fahrer austoben. Dort entsteht ein Actionsportzentrum.

In Pasing soll ein Paradies für Skater und BMX-Fahrer entstehen. Der Stadtrat billigte das Konzept. Eine Sache ist allerdings noch offen.

Halfpipes, Rampen und Sprunghügel für BMX-Fahrer und Skateboarder gibt es in München viele. Allerdings fehlt bisher eine Halle, die die Sportler bei schlechtem Wetter oder im Winter nutzen können. Das wird sich nun ändern: In Pasing entsteht im Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee ein riesiges Actionsportzentrum. Der Sportausschuss des Stadtrats hat dem Konzept zugestimmt. 2021/22 soll das Zentrum fertig sein.

Das kommt in den zweigeschossigen Neubau und die Eggenfabrik

In der denkmalgeschützten Eggenfabrik an der Hildachstraße baut die Stadt München auf 1000 Quadratmetern eine sogenannte Street-Fläche für BMX und Skateboard, die einem städtischen Umfeld nachempfunden ist, mit Rampen, Treppen und Geländern.

Nebenan ist ein 3000 Quadratmeter großer, zweistöckiger Neubau geplant. Im Erdgeschoss können Skater und BMX-Fahrer auf einer Minirampe oder einem Bowl (ein im Boden eingelassenen Becken aus Beton) ihre Kunststücke üben. Außerdem soll es einen Aufenthaltsbereich mit Theke, Terrasse, Getränke- und Snackautomaten sowie Küche und einen Mehrzweckraum für kulturelle Nutzung geben.

Im Obergeschoss kommen Parkour-Sportler auf ihre Kosten. Auf vier Riesentrampolinen und einem Airtrack (eine Bahn aus luftgefüllten Kissen) können sie Sprünge und Kunststücke trainieren. In einem weiteren Bereich mit Turnboden können die Sportler je nach Bedarf Hindernisse und Geräte für ihre Parkour-Läufe platzieren. Für BMX- und Dirt-Bike-Fahrer entsteht eine Jump Line, eine Strecke mit Hügeln für Sprünge. Auf dem Dach könnten zusätzlich Outdoor-Anlagen entstehen.

Stadt übernimmt nur den Bau, nicht den Betrieb

Den Bau übernimmt die Stadt, da dies die jungen und kleinen Trend- und Actionsportvereine mit ihren 100 bis 600 Mitgliedern alleine nicht stemmen können. Allein die Planungskosten beziffert Beatrix Zurek, Referentin für Bildung und Sport, auf 600 000 Euro. Betreiben soll das Zentrum jedoch ein Trägerverein, der die Kosten für Personal, Werbung, Veranstaltungen und Angebot tragen muss. Um günstige Eintrittspreise sicherzustellen, will die Stadt ihn aber finanziell unterstützen.

Große Anziehungskraft des Actionsportzentrums

Das Actionsportzentrum soll zur zentralen Anlaufstelle für die Sportler werden, aber auch Schulklassen und Jugendgruppen offen stehen. Interessierte erhalten dort Informationen über die Sportarten und können sie in Anfängerkursen kennenlernen. Zurek sagt: „Aufgrund der Einmaligkeit des Projektes sind auch Besucher aus dem Umland zu erwarten. Es kann davon ausgegangen werden, dass am Wochenende beziehungsweise zu speziellen Veranstaltungen Besucher aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, Tschechien und Italien kommen werden.“ Denn bisher gibt es nach Einschätzung des Referats für Bildung und Sport kaum Einrichtungen, die so vielen unterschiedlichen Sportarten eine Heimat bieten.
Andreas Schwarzbauer

Actionsport in München

In München gibt es rund 6000 aktive Skateboarder, 2000 aktive BMX-Fahrer sowie etwa 2000 Parkour-Sportler und 500 Dirt-Bike-Fahrer. Für sie stehen 37 öffentliche Skate-Anlagen und fünf Dirt Parks (in Allach, Moosach, Milbertshofen, Pasing und Solln) zur Verfügung.

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